Bestätigt

UMG formalized a major licensing partnership with ElevenLabs and appointed new AI leadership.

KI

Universal Music lizenziert Stimmen von Künstlern für generative KI

Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit Start-ups setzt das weltgrößte Musikunternehmen nun auf autorisierte Fan-Kreationen.

Veröffentlicht
NRB — News Republic Brigade

Das Wesentliche

Die Universal Music Group geht nicht mehr juristisch gegen Künstliche Intelligenz vor, sondern lizenziert ihren Musikkatalog direkt an Entwickler von Audiosoftware. Durch Abkommen mit Udio und ElevenLabs entsteht ein autorisierter Dienst, auf dem Nutzer Musik remixen und Stimmen klonen können – vorausgesetzt, die Künstler stimmen dem zu und werden an den Einnahmen beteiligt.

Die Kernpunkte

  • Die Universal Music Group lizenziert Trainingsdaten für neue Musikprogramme im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Start-up Udio.
  • ElevenLabs und die Universal Music Group entwickeln im Rahmen eines mehrjährigen Vertrags eine autorisierte Remix-Plattform für Verbraucher.
  • Musiker und Songwriter müssen der Nutzung ihrer Stimmen oder Tonaufnahmen für Modelle Künstlicher Intelligenz vorab ausdrücklich zustimmen.
  • Der frühere Spotify-Manager Òscar Celma übernimmt als Senior Vice President die Leitung des Bereichs angewandtes maschinelles Lernen bei Universal Music.
  • Weder der Veröffentlichungstermin für Verbraucher noch die genauen Tantiemenanteile der Künstler stehen bislang fest.

Aus dem Tagebuch des Redakteurs

Wenn große Rechteinhaber digitale Verbraucherwerkzeuge vor Gericht nicht stoppen können, etablieren sie eigene, autorisierte Plattformen, um die Erlöse selbst zu vereinnahmen.

Wer beteiligt ist

  • Universal Music Group

    Weltgrößter Musikkonzern und Musikverlag

    will → Eigene Songkataloge über autorisierte Plattformen für Künstliche Intelligenz verwerten und Lizenzgebühren sichern

  • ElevenLabs

    Forschungsunternehmen für KI-basierte Audio- und Stimmensynthese

    will → Kommerzielle Musikkataloge rechtssicher nutzen, um legale Kreativwerkzeuge für Verbraucher zu entwickeln

  • Sir Lucian Grainge

    Vorstandsvorsitzender der Universal Music Group

    will → Menschliche Schöpfungskraft schützen und sicherstellen, dass Urheber an KI-generierten Audioinhalten mitverdienen

  • Mati Staniszewski

    Mitgründer und Vorstandsvorsitzender von ElevenLabs

    will → Generative Audiowerkzeuge auf legalem Weg im Massenmarkt der Musikindustrie etablieren

  • Participating Artists

    Bei Universal Music Group unter Vertrag stehende Musiker und Songwriter

    will → Kontrolle über das eigene Stimmprofil behalten und an fanerstellten KI-Remixes mitverdienen

Kurz gefasst

Musikfans dürfen künftig ganz legal neue Songs mit den echten Stimmen und Originalaufnahmen bekannter Künstler produzieren. Damit vollzieht die Musikbranche eine Kehrtwende: Statt Urheberrechtsverletzungen vor Gericht zu verfolgen, setzt sie auf die kommerzielle Lizenzierung an Technologieunternehmen.

Der Branchenprimus Universal Music Group baut eine autorisierte Plattform auf, über die Hörer eigene Remixes, Mashups und Vokalspuren generieren können. Der Schritt dürfte Konkurrenten dazu bewegen, ähnliche Lizenzvereinbarungen mit Entwicklern von Künstlicher Intelligenz abzuschließen, um KI-Werkzeuge für Verbraucher monetarisieren zu können.

Ob dieses Modell aufgeht, ist allerdings noch offen. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob die Musiker ihre Stimmen überhaupt freigeben und ob die ersten Testversionen deren Urheberrechte verlässlich schützen können.

Wie es sich entwickelte

01

Universal Music schließt erste Plattformvereinbarungen mit Udio

2025-10-29 – 2025-10-29

Die Universal Music Group leitete ihre Neuausrichtung hin zu autorisierter generativer Musik mit einer strategischen Partnerschaft mit der KI-Audioplattform Udio ein. Damit gab der Musikkonzern zu erkennen, dass er seine Musikkataloge künftig als Trainingsdaten für neuartige Kreativwerkzeuge lizenzieren will, anstatt gegenstrebige Digitaldienste ausschließlich mit Urheberrechtsklagen zu überziehen.

1 Quelle
02

Label weitet Stimmensynthese aus und verstärkt Technologiespitze

2026-09-10 – 2026-09-28

Universal baute seine Lizenzoffensive bei synthetischen Stimmen durch eine mehrjährige Partnerschaft mit ElevenLabs aus, um ein offizielles Remix-Werkzeug für Konsumenten zu entwickeln. Um die zugrundeliegenden Modelle für maschinelles Lernen intern zu überwachen und Eigentumsrechte im eigenen Haus nachzuverfolgen, verpflichtete der Musikriese kurz darauf den früheren Spotify-Manager Òscar Celma.

2 Quellen

Wo die Dinge stehen

Die Universal Music Group und ElevenLabs haben den kommerziellen Rahmen abgesteckt und entwickeln nun das Kreativwerkzeug für Endverbraucher. Bislang ist jedoch weder bekannt, welche Künstler sich beteiligen, noch wie die Tantiemen aufgeteilt werden oder wann das Produkt an den Start geht.

Die erste Bewährungsprobe steht mit Beginn der öffentlichen Testphase an. Branchenbeobachter werden dann genau verfolgen, ob das Zustimmungsverfahren einen verlässlichen Schutz vor Stimmenklau bietet und ob konkurrierende Musikkonzerne mit eigenen Kooperationen nachziehen.

Quellen