
London did finish higher while Frankfurt fell on August 5, but the widely circulated FTSE +0.14% and DAX -0.24% pair was posted during the closing auctions; cross-checked end-of-day data show FTSE +0.08% and DAX -0.29%, while the broader STOXX 600 still closed at a record.
STOXX 600 markiert Rekord, während der DAX nachgibt
London legte am 5. August leicht zu, Frankfurt verlor – entscheidend waren Unternehmenszahlen, während der breite europäische Aktienmarkt seine Rekordserie fortsetzte.
Wer beteiligt ist
Next plc
Ein großer britischer Mode- und Einrichtungshändler im FTSE 100
will → Stärker als erwartete Umsätze nutzen, um die Jahresprognose für den Gewinn erneut anzuheben
Glencore
Ein in der Schweiz ansässiger globaler Bergbau- und Rohstoffkonzern, dessen Aktien in London gehandelt werden
will → Schwankende Rohstoffmärkte in Handelsgewinne, Ausschüttungen an Aktionäre und eine höhere Bewertung ummünzen
Infineon Technologies
Ein deutscher Halbleiterhersteller im DAX, der unter anderem Leistungschips für KI-Rechenzentren liefert
will → Die stark wachsende KI-Nachfrage in Umsatz und Margen umsetzen, die den hohen Erwartungen der Anleger genügen
DHL Group
Deutschlands global tätiger Paket-, Fracht- und Logistikkonzern und Mitglied des DAX
will → Ergebnis, Ausblick und Kapitalrückflüsse trotz schwankender Handels- und Transportbedingungen weiter steigern
European equity investors
Institutionelle und private Anleger, die die Kurse europäischer Aktien bestimmen
will → Entscheiden, ob die Unternehmensgewinne die Rekordbewertungen rechtfertigen, und bei positiven oder negativen Überraschungen Kapital zwischen Sektoren umschichten
European Central Bank
Die Zentralbank für den Euroraum, zu dem auch Deutschland gehört
will → Die Inflation eindämmen, ohne die Geldpolitik so stark zu straffen, dass das Wirtschaftswachstum abgewürgt wird
Bank of England
Die Zentralbank des Vereinigten Königreichs
will → Die britische Inflation kontrollieren und zugleich entscheiden, wie lange hohe Zinsen noch nötig sind
Kurz gefasst
Die gegenläufige Entwicklung in London und Frankfurt am 5. August hat Europas Rekordrally nicht beendet. Der britische FTSE 100 schloss 0,08 Prozent höher bei 10.888,30 Punkten, der deutsche DAX verlor 0,29 Prozent auf 26.126,30 Punkte. Der europaweite STOXX 600 stieg dennoch um 0,04 Prozent auf den Rekordstand von 657,14 Punkten.
Damit spricht vorerst wenig für eine breite Trendwende an Europas Aktienmärkten. Der STOXX 600 erreichte auch am 6. und 7. August neue Höchststände, während die Schätzungen für das Gewinnwachstum europäischer Unternehmen im zweiten Quartal auf mehr als 22 Prozent stiegen.
Diese Einordnung ist plausibel, aber nicht endgültig, weil die Unterschiede vor allem auf einzelne Unternehmen zurückgingen. Next, Glencore und andere Bergbauwerte stützten den Londoner Markt, während Prudential, HSBC und Energietitel belasteten. In Frankfurt gerieten Infineon, Continental und DHL unter Druck, weil Anleger Schwächen in einzelnen Kennzahlen trotz insgesamt solider Geschäftszahlen abstraften.
Die Vorgeschichte

STOXX 600 erreicht Rekord bei 655,2 Punkten und fällt zurück
7. August 2026Kräftige Unternehmensgewinne, vor allem im Energiesektor, treiben Europas Börsen – doch Inflation und höhere Renditen gefährden die Rally.
Wie es sich entwickelte
Unternehmenszahlen treiben Europas Börsen auf neue Rekorde
Die Rekordserie hatte bereits begonnen, bevor London und Frankfurt auseinanderliefen. Reuters veröffentlichte seine Europa-Marktübersicht am 4. August erstmals um 07:41 UTC und aktualisierte sie nach Handelsschluss: Der STOXX 600 hatte 0,7 Prozent auf den Rekordstand von 656,86 Punkten gewonnen. Technologiewerte stiegen um 2,8 Prozent, Bergbauaktien um 3,6 Prozent, weil der Optimismus über die Berichtssaison stärker wog als einzelne Enttäuschungen. Die genaue Formulierung FTSE +0,14 Prozent und DAX -0,24 Prozent erschien am folgenden Nachmittag auf dem X-Konto von FirstSquawk. Ein früherer öffentlich zugänglicher exakter Treffer wurde nicht gefunden. Damit ist FirstSquawk der früheste ermittelte wortgleiche Fund, ohne dass daraus folgt, dass der Account die ursprüngliche Quelle der Marktdaten war.
Zinsen bestimmen den Hintergrund, nicht die Richtung der Indizes
Die Geldpolitik blieb restriktiv, doch weder bei Zinsen noch bei Währungen gab es einen klaren Schock, der die entgegengesetzten Bewegungen erklären konnte. Die EZB hatte ihren Einlagensatz am 23. Juli bei 2,25 Prozent belassen. Die Juli-Sitzung der Bank of England endete mit sechs zu drei Stimmen für einen unveränderten Leitzins von 3,75 Prozent; drei Mitglieder hätten ihn lieber angehoben. Nach der Schnellschätzung von Eurostat stieg die Inflation im Euroraum im Juli von 2,8 auf 2,9 Prozent.
Daten vom 5. August zeigten anschließend, dass die privatwirtschaftliche Aktivität im Euroraum wieder wuchs. Deutschland verzeichnete erstmals seit März wieder einen Anstieg der Wirtschaftsleistung im Privatsektor. Das Pfund legte dennoch nur leicht auf rund 1,347 Dollar zu. Deutlicher war der Währungseffekt bei den Rohstoffen: Der schwächere Dollar trieb Gold auf ein Einmonatshoch und half europäischen Bergbauwerten zu einem Plus von 2,3 Prozent. Davon profitierte der rohstofflastige Londoner Leitindex stärker als Frankfurt.
London profitiert von Gewinnern, Frankfurt straft Schwächen ab
Die Geschäftszahlen und die Zusammensetzung der beiden Indizes erklären die Unterschiede unmittelbarer. DHL meldete für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro und weitete sein Aktienrückkaufprogramm aus. Trotzdem schlossen die Aktien 3,71 Prozent im Minus.
Next steigerte seine Vollpreisumsätze im zweiten Quartal um 9,2 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie die eigene Prognose von 4 Prozent. Der Händler hob die erwartete Jahresprognose für den Vorsteuergewinn um 25 Millionen Pfund auf 1,243 Milliarden Pfund an; die Aktie sprang um 6,9 Prozent.
Bei Glencore stieg das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr, ein Maß für das operative Ergebnis, um 86 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar und lag damit über dem Analystenkonsens. Die Aktie gewann 4,1 Prozent. Auch Rio Tinto und Antofagasta legten zu, unterstützt von höheren Kupferpreisen.
Infineon erzielte mit 4,172 Milliarden Euro einen Rekordquartalsumsatz. Anleger konzentrierten sich jedoch auf eine Segmentergebnismarge, die unter dem Konsens lag, und machten die Aktie zum größten Verlierer im DAX. Auch Continental und DHL gaben nach. In London reichten die großen Gewinner aus, um Kursverluste bei Prudential und HSBC sowie ein Minus von 1,5 Prozent bei Energiewerten auszugleichen. Frankfurt hatte dieses Gegengewicht nicht.
Die viel geteilten Schlusskurse stammten noch aus der Auktion
Die weit verbreiteten Prozentangaben waren eine späte Momentaufnahme und keine endgültigen Schlussstände. Der reguläre fortlaufende Handel in London endet um 16:30 BST und geht anschließend in die Schlussauktion über. Bei den DAX-Instrumenten auf Xetra beginnt die Aufrufphase der Schlussauktion um 17:30 CEST. Beide Zeitpunkte entsprechen 15:30 UTC.
FirstSquawk veröffentlichte um 15:31:08 UTC die Meldung „FTSE 100 plus 0,14 Prozent; DAX minus 0,24 Prozent“. Der genaue Zeitpunkt lässt sich aus der X-Status-ID ableiten. Die Nachricht erschien damit rund eine Minute nach Beginn der Auktionen.
MarketWatch meldete auf Grundlage von FactSet-End-of-Day-Daten um 12:05 ET dagegen einen Anstieg des FTSE 100 um 0,08 Prozent auf 10.888,30 Punkte und einen Rückgang des DAX um 0,29 Prozent auf 26.126,30 Punkte. Reuters nannte für den FTSE denselben Schlussstand, bezifferte die Veränderung in seinem britischen Bericht jedoch auf lediglich 0,01 Prozent. Damit besteht eine interne Abweichung zur unabhängig gemeldeten Prozentveränderung. Die belastbare Aussage ist deshalb einfacher: London schloss leicht höher, Frankfurt niedriger.
Neue Rekorde, aber weniger Nachsicht bei schwachen Details
Die folgenden beiden Handelstage stärkten die Einschätzung, dass der 5. August keine Trendwende markierte. Am 6. August stieg der STOXX 600 um weitere 0,2 Prozent auf den Rekordstand von 658,19 Punkten, unterstützt von Deutsche Telekom und WPP. Siemens verlor dennoch 4,5 Prozent. Obwohl der Konzern einen Rekord beim Industriegewinn und eine höhere Prognose meldete, blieb eine Sparte hinter den Erwartungen zurück.
Bis zum 7. August erwarteten die von LSEG I/B/E/S erfassten Schätzungen für die Unternehmen im STOXX 600 ein Gewinnwachstum von 22,4 Prozent im zweiten Quartal – das stärkste seit dem dritten Quartal 2022. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht dämpfte anschließend die Erwartungen an eine weitere kurzfristige Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve.
Der STOXX 600 beendete den 7. August mit einem weiteren Rekord bei 660,25 Punkten. Der FTSE 100 stieg um 0,31 Prozent auf 10.901,09 Punkte und verbuchte damit die vierte Woche in Folge mit Kursgewinnen. Der DAX erholte sich um 0,69 Prozent auf 26.319,45 Punkte, nachdem er im Tagesverlauf 26.445,18 Punkte erreicht hatte – den oberen Rand seiner aktuellen 52-Wochen-Spanne. Der übergeordnete Trend blieb damit aufwärtsgerichtet. Zugleich zeigten die Kursreaktionen, dass Anleger schwache Details zunehmend weniger verziehen, selbst wenn die Schlagzeilen der Quartalsberichte stark ausfielen.
Wo die Dinge stehen
Mit Stand Sonntag, 9. August, ist Freitag, der 7. August, der jüngste abgeschlossene Handelstag an den europäischen Kassamärkten. Die gegenläufige Entwicklung von FTSE und DAX am 5. August hat den europäischen Rekordtrend nicht gebrochen. Der STOXX 600 erreichte am 5., 6. und 7. August jeweils neue Rekordschlussstände. Der DAX erholte sich am 7. August kräftig und erreichte im Tagesverlauf ein neues 52-Wochen-Hoch, während der FTSE seine vierte Gewinnwoche in Folge abschloss. Die vorliegenden Daten sprechen damit eher für sektorale und ergebnisbedingte Unterschiede innerhalb eines Bullenmarkts als für den Beginn einer breiten Trendwende.
Das größte Risiko sind nun die hohen Erwartungen. Anleger straften Unternehmen wiederholt ab, wenn Margen, einzelne Sparten oder der Ausblick enttäuschten, selbst wenn die zentralen Ergebniskennzahlen stark ausfielen. Entscheidend wird deshalb sein, ob die restliche Berichtssaison das inzwischen erwartete Gewinnwachstum von rund 22 Prozent für die Unternehmen im STOXX 600 tragen kann. Ebenso wichtig ist, wie sich die Zinserwartungen für Europäische Zentralbank, Bank of England und Federal Reserve verändern, ob der Dollar Metalle weiter stützt und ob Ölpreis- oder Nahostentwicklungen die derzeitige Sektorrotation wieder umkehren.