
Russland soll Iran bei Angriffen auf US-Streitkräfte unterstützen
US-amerikanische, europäische und ukrainische Quellen sprechen von Standortdaten, Satellitenbildern und militärischer Fernmeldeaufklärung. Öffentlich belegt ist bislang jedoch nicht, dass Moskau selbst Angriffsziele auswählt.
Die Geschichte geht weiter

Wie Teheran die Straße von Hormus in eine Mautstation verwandelt
21. September 2026Der Iran nutzt die militärische Blockade im Persischen Golf, um ein dauerhaftes und kostenpflichtiges Durchfahrtssystem für Rohöl zu etablieren.
Geplatztes Abkommen an der Straße von Hormus treibt Ölpreis an
21. September 2026Der Tankerverkehr bricht auf einstellige Tageswerte ein, während wacklige Geleitzüge die Bedrohung durch Küstenraketen kaum mindern können.US-Marine sichert Öltransport durch Straße von Hormus
20. September 2026Militärische Geleitzüge heben Rohöl- und Gaslieferungen auf ein Sechsmonatshoch und dämpfen die Preise, während Reedereien weiter vor hohen Versicherungsprämien zurückschrecken.Katars Vermittlung für Straße von Hormus bleibt ohne Durchbruch
28. August 2026Teheran knüpft Öffnung der zentralen Ölexportroute an ein Ende der US-SanktionenTrump meldet Straße von Hormus minenfrei – Schifffahrt bleibt vorsichtig
27. August 2026Washington erklärt die zentrale Ölroute für sicher, doch Reeder fordern unabhängige Nachweise und niedrigere Kriegsprämien vor einer Rückkehr.
US-Geleitschutz lässt Schiffsverkehr in Straße von Hormus 80 Prozent unter Normalwert
25. August 2026Die Schiffspassagen durch das strategische Nadelöhr im Nahen Osten steigen zwar wieder an, das tägliche Ölvolumen bleibt jedoch weit hinter dem Vorkriegsniveau zurück.
USA helfen rund 1.300 Schiffen durch die Straße von Hormus
23. August 2026US-Streitkräfte bringen erhebliche Ölmengen durch die Straße von Hormus, doch der Schiffsverkehr bleibt weit unter dem Normalniveau, während Iran die Passage weiter bedroht, einschränkt und selektiv erlaubt.
Iran blockiert direkte US-Gespräche über Hormus
10. August 2026Mit Oman verhandelt Teheran weiter über die Schifffahrt, während Botschaften mit Washington über Vermittler ausgetauscht werden.
Trump macht Hormus zur wichtigsten Bedingung für einen Ausstieg aus dem Iran-Krieg
10. August 2026Washington stellt die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus ins Zentrum seiner kurzfristigen Deeskalationsstrategie, während Teheran vor einer Normalisierung des Verkehrs weitreichendere US-Zugeständnisse verlangt.
Iran hält Hormusstraße bis zu US-Zugeständnissen geschlossen
9. August 2026Vor dem aktuellen Krieg lief durch die Hormusstraße, den schmalen Zugang zum Persischen Golf, rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gastransporte.
Trumps Frist zur Wiederöffnung der Straße von Hormus verstreicht ohne Abkommen
7. August 2026Iran und Oman stehen kurz vor einer vorläufigen Regelung für den Schiffsverkehr, doch zentrale Bedingungen sind weiter offen und der Verkehr auf der wichtigen Energieroute liegt noch immer weit unter dem Normalniveau.
CENTCOM zählt mehr als 1.000 Hormus-Passagen – doch die Gefahr bleibt
7. August 2026US-Streitkräfte halten den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aufrecht, doch die Route nahe Oman bleibt Minen, Raketen und Angriffen ausgesetzt.
Iran bestreitet Gespräche mit den USA und begrenzt den Hormus-Plan
4. August 2026Trump kündigte nach dem Verzicht auf einen Großangriff Verhandlungen für Montag an. Teheran sagt jedoch, ein Treffen mit den USA sei nicht geplant.
Iran greift Kuwait mit Sprengdrohnen an
3. August 2026Irans reguläre Armee erklärte, am 31. Juli Sprengdrohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Ahmad Al-Jaber geschickt zu haben; Kuwait meldete den Abschuss der Drohnen und keine Opfer.
Trump setzt Iran-Angriffe aus – endgültige Einigung fehlt
2. August 2026US-Präsident Donald Trump sagte geplante Angriffe der USA (United States) ab, nachdem Iran und Regierungen aus der Region um mehr Zeit gebeten hatten. Eine Vereinbarung ist jedoch noch nicht abgeschlossen.
Wer beteiligt ist
Russland
Atommacht im Krieg gegen die Ukraine, die über Satelliten sowie Systeme zur Erfassung oder Störung militärischer Signale verfügt
will → Iran helfen, US-amerikanischen und israelischen Angriffen standzuhalten, westliche Kräfte stärker zu binden und einen Verbündeten zu erhalten, ohne offen in den Krieg einzutreten
Iran
Nahoststaat, der die Vereinigten Staaten und Israel mit Raketen und Drohnen bekämpft
will → Ziele aufspüren, eigene Militäranlagen schützen, Angriffe verbessern und einen Feldzug militärisch überlegener Gegner überstehen
Vereinigte Staaten
Irans wichtigster militärischer Gegner mit Soldaten, Flugzeugen, Schiffen, Geheimdiensteinrichtungen und Luftabwehrsystemen im gesamten Nahen Osten
will → Eigene Kräfte schützen, Irans Fähigkeit zur Zielerfassung einschränken und verhindern, dass russische Unterstützung den Krieg ausweitet
Ukraine
Europäischer Staat im Krieg gegen Russland, der russische Militäraktivitäten verfolgt
will → Russlands Unterstützung für Iran offenlegen und stören, die Beziehungen zu Washington und den Golfstaaten stärken und die Verbindung zwischen beiden Kriegen sichtbar machen
Israel
Verbündeter der Vereinigten Staaten, der Iran bekämpft und iranische militärische sowie strategische Ziele angreift
will → Irans Streitkräfte schwächen und verhindern, dass russische Aufklärung oder Technologie dessen Verteidigungs- und Angriffsfähigkeit wieder aufbaut
Golfstaaten mit US-Stützpunkten
Bahrain, Jordanien, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die US-Streitkräfte oder wichtige Infrastruktur beherbergen
will → Iranische Angriffe vermeiden, das eigene Staatsgebiet schützen und eine weitere Ausbreitung des Konflikts verhindern
Kurz gefasst
Die mutmaßliche russische Geheimdiensthilfe könnte Iran ermöglichen, US-amerikanische und verbündete Streitkräfte präziser anzugreifen. Für Washington stellt sich damit zunehmend die Frage, ob Moskau noch als Unterstützer Irans oder bereits als Beteiligter am Krieg einzustufen ist.
Als Nächstes dürfte genauer untersucht werden, ob russische Informationen konkrete iranische Angriffe beeinflusst haben, darunter Attacken auf Einrichtungen des US-Auslandsgeheimdienstes CIA. US-Analysten prüfen diese Verbindung bereits.
Ob daraus Vergeltungsmaßnahmen gegen Russland folgen, ist offen. Keine Regierung hat bislang die Rohbilder, abgefangenen Nachrichten oder Übertragungsprotokolle veröffentlicht, die belegen könnten, wer einen bestimmten Angriff geplant oder gesteuert hat.
Die Vorgeschichte

Neue US-Angriffe auf Iran, Zahl der Toten steigt
25. Juli 2026In der elften Angriffsnacht weiteten die USA ihren Einsatz aus, während neue Todesfälle unter US-Soldaten und unbestätigte Schadensmeldungen die Wirkung der Kampagne weiter im Unklaren ließen.
Wie es sich entwickelte
Russland wird beschuldigt, Standorte amerikanischer Ziele weiterzugeben
Die Washington Post machte die Vorwürfe erstmals öffentlich. Demnach gingen drei mit US-Geheimdiensterkenntnissen vertraute Beamte davon aus, dass Russland Iran seit Beginn des Krieges am 28. Februar die Standorte amerikanischer Schiffe, Flugzeuge und weiterer militärischer Einrichtungen übermittelt habe. Wann der Informationsaustausch tatsächlich begonnen haben soll, ist öffentlich nicht belegt. Reuters griff den Bericht auf; die Associated Press zitierte unabhängig davon zwei Beamte mit einer ähnlichen Darstellung. Nach deren Angaben hatten US-Geheimdienste keine Hinweise darauf gefunden, dass Russland Iran auch angewiesen habe, wie es diese Informationen einsetzen solle.
Moskau weist die Vorwürfe zurück, während sie sich ausweiten
Den Einschätzungen amerikanischer Geheimdienste standen Dementis des Kremls gegenüber. Russland versicherte Präsident Donald Trump, Iran keine Informationen über amerikanische Militäreinrichtungen zu liefern. Kurz darauf gingen die Berichte über reine Standortdaten von Schiffen und Flugzeugen hinaus: Nun war auch von Satellitenbildern und Drohnentechnologie die Rede. Die Angaben stammten von nicht namentlich genannten Quellen; Bilder, abgefangene Nachrichten oder technische Nachweise wurden nicht veröffentlicht.
Satellitenbeobachtungen deuten auf einen wiederkehrenden Aufklärungszyklus
Die Ukraine legte anschließend eine detailliertere Darstellung vor. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Kiew verfüge über schlüssige Beweise dafür, dass Russland Iran mit Fernmelde- und elektronischer Aufklärung unterstütze, also mit Informationen aus Kommunikation, Radar und militärischen Systemen. Eine von Reuters eingesehene ukrainische Auswertung zählte zwischen dem 21. und 31. März mindestens 24 russische Satellitenaufklärungen von 46 Standorten in elf Ländern des Nahen Ostens. Westliche und regionale Sicherheitsquellen bestätigten eine ungewöhnlich intensive russische Überwachung sowie die Weitergabe von Bildern, veröffentlichten das Material jedoch nicht.
Das gemeldete Muster ging über einzelne Aufnahmen hinaus. Ein Satellit habe zunächst einen Stützpunkt beobachtet, Verteidigungsanlagen oder wertvolle Ausrüstung erfasst und sei nach einem Angriff zurückgekehrt, um Schäden zu bewerten. Unter den Zielen waren Flugplätze, Ölanlagen, US-Stützpunkte sowie mögliche Stellungen des Raketenabwehrsystems Terminal High Altitude Area Defense, das ballistische Raketen abfangen soll. Die Ukraine warf Russland außerdem Cyberhilfe vor. Spätere unabhängige Analysen sahen für eine organisierte Zusammenarbeit im Cyberbereich jedoch deutlich schwächere öffentliche Belege als für Satelliten- und elektronische Aufklärung.
Angriffe auf US-Geheimdiensteinrichtungen erhöhen das Risiko
Danach rückte die Frage in den Mittelpunkt, ob russische Unterstützung auch Angriffe auf geheime amerikanische Einrichtungen erleichtert haben könnte. Reuters berichtete, US-Analysten untersuchten, ob Russland Iran bei Attacken auf zwei Standorte des US-Auslandsgeheimdienstes CIA geholfen habe, darunter dessen Station in der US-Botschaft in Riad. Zu einem eindeutigen Ergebnis seien sie nicht gekommen. Möglich sei auch, dass Iran allgemein auf die Botschaft gezielt und den CIA-Bereich zufällig getroffen habe.
Die Untersuchung befasste sich außerdem damit, ob russische Änderungen die Navigation iranischer Shahed-Drohnen verbessert und deren Störanfälligkeit gegenüber elektronischer Gegenwehr verringert hätten. Zwei westliche Beamte erklärten, beim Angriff auf Riad seien mit russischer Technik verbesserte Drohnen eingesetzt worden. Herkunft und tatsächliche Wirkung dieser Technik sind jedoch umstritten. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte, Russland und China ermöglichten auf unterschiedlichen Ebenen bestimmte iranische Aktivitäten. Trump erklärte, er vertraue darauf, dass deren Staatschefs sich nicht am Krieg beteiligten, und warnte zugleich, ein Eingreifen wäre eine ernste Eskalation.
Ukraine wirft Russland erneut Satellitenüberwachung vor
Nach Angaben der Ukraine setzte Russland seine Aufklärung auch nach den ersten Enthüllungen fort. Selenskyj erklärte in einer offiziellen Ansprache, russische Satelliten hätten seit Anfang Juli Golfstaaten und US-Einrichtungen beobachtet; die dabei gewonnenen Bilder seien später im Iran aufgetaucht. Standorte seien vor Angriffen erfasst worden, um diese vorzubereiten, und anschließend erneut, um die Schäden zu beurteilen.
Selenskyj nannte vier Luftwaffenstützpunkte, die am 19. und 20. Juli beobachtet worden seien: zwei in Bahrain, einen in Jordanien und einen in Kuwait. Er kündigte an, die ukrainischen Erkenntnisse mit Partnerregierungen zu teilen. Das zugrunde liegende Material blieb jedoch vertraulich. Öffentlich ist deshalb weder belegt, dass Russland die Bilder tatsächlich weitergab, noch dass sie konkrete Angriffe steuerten. Zugleich griff die Ukraine ein iranisches Schiff an, das nach ihrer Darstellung russische Logistik unterstützte. Damit rückten der Iran- und der Ukraine-Krieg noch enger zusammen.
Elektronische Aufklärung rückt in den Mittelpunkt der Vorwürfe
Der jüngste Bericht ging über Satellitenbilder hinaus und konzentrierte sich auf Informationen aus elektronischen Signalen. NBC News berichtete unter Berufung auf einen US-amerikanischen und einen europäischen Beamten, Russland liefere Iran Erkenntnisse aus Kommunikation, Radar und militärischen Systemen sowie Satellitenaufklärung und technisches Wissen über amerikanische Waffensysteme.
Solche Informationen könnten Iran helfen, amerikanische Flugzeuge, Schiffe und Luftabwehrsysteme zu orten, bewegliche Ziele zu verfolgen, Raketen- und Drohnenangriffe vorzubereiten, anfliegende Angriffe zu erkennen, die eigene Luftverteidigung gezielter aufzustellen, Radar, Navigation oder Präzisionswaffen zu stören und anschließend Schäden auszuwerten. Dabei handelt es sich um mögliche Verwendungen der gemeldeten Informationen, nicht um einen öffentlichen Beweis dafür, dass Russland iranische Operationen gesteuert hat.
Die Darstellung von NBC deckt sich mit früheren Reuters-Berichten sowie ukrainischen Aussagen über Fernmeldeaufklärung und wiederholte Überwachung vor und nach Angriffen. Auch sie beruht jedoch auf nicht namentlich genannten Beamten. Veröffentlichte Mitschnitte, Bilder oder Geräte, die die neuen Einzelheiten unabhängig belegen könnten, gibt es nicht. Bis zum 2. August hatten weder Moskau noch Teheran ausführlich öffentlich auf den Bericht vom 31. Juli reagiert.
Wo die Dinge stehen
Mit Stand vom 2. August stützen voneinander getrennte US-amerikanische, europäische, ukrainische und regionale Darstellungen das Bild einer sich entwickelnden, aber teilweise verdeckten Zusammenarbeit im Geheimdienstbereich. In drei Punkten stimmen die Angaben weitgehend überein: Russland soll Standorte amerikanischer Einrichtungen übermitteln, systematisch Satellitenaufklärung betreiben und Erkenntnisse aus militärischen Signalen liefern. Auch Hegseth hat eingeräumt, dass Russland bestimmte iranische Aktivitäten ermöglicht. Moskau bestreitet dagegen, Iran Zielaufklärungsdaten zu liefern. Keine Regierung hat bislang Satellitenaufträge, abgefangene Kommunikation oder Übertragungsprotokolle veröffentlicht, die den gesamten Ablauf belegen würden.
Entscheidend ist deshalb, ob Moskau lediglich Informationen bereitstellt, die Iran anschließend in eigener Regie nutzt, oder ob russisches Personal selbst an der Auswahl von Zielen und der Gestaltung von Angriffen mitwirkt. Besonders unsicher bleiben eine mögliche Hilfe bei Attacken auf CIA-Einrichtungen, bei der Drohnennavigation und bei Cyberoperationen. Freigegebene Geheimdienstinformationen, eine offizielle russische oder iranische Stellungnahme, Sanktionen, Vergeltungsmaßnahmen oder klar erkennbare Veränderungen bei der iranischen Treffgenauigkeit und elektronischen Kriegsführung könnten die Bewertung verändern. Sollte ein mit russischer Hilfe ausgeführter Angriff hohe amerikanische Verluste verursachen, würde der Druck auf Washington deutlich steigen, Moskaus Unterstützung als direkte Beteiligung am Krieg zu behandeln.