Kenya officially commissioned and energized high-voltage transmission lines connecting Olkaria geothermal power to Western Kenya and regional hubs
Kenia bindet westliche Fabriken an das Geothermie-Netz an
Hochspannungsleitungen ersetzen teure Dieselgeneratoren durch unterirdischen Dampf aus dem Rift Valley.
Das Wesentliche
Kenia hat das Hochspannungs-Rückgrat vollendet, das die Olkaria-Geothermiefelder direkt an die Industriezentren im Westen des Landes anschließt. Die Trasse löst den teuren und unzuverlässigen Strom aus Dieselgeneratoren durch stetige Erdwärme ab, verringert Leitungsverluste, ebnet den Weg für niedrigere Verbrauchertarife und ermöglicht künftige Exporte von grünem Überschussstrom nach Uganda und Ruanda.
Die Kernpunkte
- Kenia hat einen 400-Kilovolt-Übertragungskorridor in Betrieb genommen, der die Geothermiefelder von Olkaria mit den westlichen Industriezentren verbindet.
- KETRACO vereinbarte eine öffentlich-private Partnerschaft über 311 Millionen Dollar mit Africa50 und der Power Grid Corporation of India zum Ausbau des westlichen Netzes.
- Der Erzeuger KenGen plant eine Erweiterung der Geothermie-Kapazitäten am Standort Olkaria um 200 Megawatt.
- Die 132-Kilovolt-Leitung Awendo-Masaba ging ans Netz, um die Stromversorgung im Südwesten des Landes zu stabilisieren.
Aus dem Tagebuch des Redakteurs
Saubere Kraftwerke lösen das Energieproblem nur zur Hälfte: Solange die Höchstspannungsleitungen entlegene Fabriken nicht erreichen, zahlen Verbraucher weiterhin für teuren Notstrom aus fossilen Quellen.
Wer beteiligt ist
William Ruto
Präsident von Kenia
will → Treibt den Ausbau der nationalen Stromtrassen voran, um westliche Betriebe zu stärken und Energieexporte zu ermöglichen
KETRACO
Staatlicher Netzbetreiber Kenias
will → Errichtet und betreibt Hochspannungsleitungen für den überregionalen Stromtransport
KenGen
Staatlich kontrollierter Energieerzeuger Kenias
will → Erweitert die Geothermiekraftwerke in Olkaria zur Einspeisung in das nationale Stromnetz
Hersteller und Einwohner im Viktoriasee-Becken
Gewerbliche und private Stromkunden in Westkenia
will → Setzen auf stabile Netzspannung, ein Ende der Ausfälle und sinkende Stromkosten
Kurz gefasst
Der Westen Kenias bezieht seinen Strom nun verlässlich aus Geothermie statt aus Notstromaggregaten mit Dieselbetrieb. Das senkt Leitungsverluste und schafft die Voraussetzung für günstigere Stromtarife in Betrieben und Privathaushalten.
Mit dem direkten Netzzugang wachsen zugleich die Chancen, dass Kenia bald überschüssigen Strom an die Nachbarländer Uganda und Ruanda liefert. Die Exporte sollen über den ostafrikanischen Stromverbund Eastern Africa Power Pool laufen.
Dieses Szenario gilt als wahrscheinlich, weil die zentralen Hochspannungstrassen bereits fertiggestellt sind und unter Strom stehen. Als letzter Schritt müssen nun die Fahrpläne für den grenzüberschreitenden Stromhandel vereinbart werden.
Wie es sich entwickelte
Staatlicher Netzbetreiber testet erste Leitung im Westen
Der staatliche Netzbetreiber KETRACO hat den ersten Abschnitt des Leitungsprojekts Olkaria-Lessos-Kisumu für 220 Kilovolt unter Strom gesetzt. Finanziert wurde das Vorhaben von der Japanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit und der kenianischen Regierung. Der Probelauf bewies, dass Erdwärmestrom direkt in die westlichen Bezirke fließen kann. Allerdings waren höhere Spannungen und regionale Stichleitungen nötig, bevor die lokale Industrie auf ihre Dieselaggregate verzichten konnte.
Privates Kapital und Höchstspannungstrassen schließen den Korridor
Weil die staatlichen Mittel für die verbleibenden Abschnitte fehlten, holte KETRACO private internationale Investoren an Bord, um das Netz im Westen auszubauen. Neun Monate nach der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarungen übergab die Regierung die Höchstspannungsleitungen dem Betrieb. Sie verbinden die Fabriken der Region direkt mit den Erdwärmekraftwerken im Landesinneren und beenden jene chronischen Spannungseinbrüche, die zuvor regelmäßig den Maschinenpark lahmlegten.
Kraftwerksausbau und personelle Neuaufstellung im Energiesektor
Mit der Fertigstellung der Trassen verlagerte sich der Druck stromaufwärts zu den Kraftwerken: Der Versorger KenGen musste zusätzliche Erzeugungskapazitäten schaffen, damit die Leitungen ausgelastet bleiben. Nur Tage nach Bekanntgabe des Ausbauprogramms tauschte das Energieministerium die Führungsebenen bei Netzbetreiber, Regulierungsbehörde und Geothermie-Entwicklungsgesellschaft aus, um den weiteren Zeitplan abzusichern.
Wo die Dinge stehen
Die Hochspannungs-Haupttrasse von den Dampffeldern in Olkaria nach Westkenia ist vollständig betriebsbereit. Ingenieure führen derzeit letzte Spannungsanpassungen durch und binden lokale Zubringer ein. Die Trassen über Lessos und Kibos sowie die südwestlichen Netzknoten versorgen die westlichen Verwaltungsbezirke bereits aktiv mit geothermischer Grundlast.
Am Markt stehen nun drei Wegmarken im Fokus: die Ausschreibungsfristen für KenGens Kraftwerkserweiterung um 200 Megawatt in Olkaria, die Lieferpläne für den grenzüberschreitenden Stromexport nach Uganda über die Trasse Lessos-Tororo sowie die anstehenden Tarifentscheidungen der Energie- und Erdölregulierungsbehörde EPRA.