Belgian air traffic control confirmed visual and digital sightings halting operations
Illegale Drohnenflüge legen Flugverkehr am Flughafen Brüssel lahm
Nicht genehmigte Fluggeräte erzwingen Landestopps und drei Ausweichlandungen, während die Steuerer der Polizei entkommen.
Das Wesentliche
Unbekannte Steuerer drangen an zwei aufeinanderfolgenden Abenden mit Drohnen in den kontrollierten Luftraum des Brüsseler Flughafens ein, woraufhin die Flugsicherung skeyes Landungen stoppte, drei Flugzeuge umleitete und Jets in Warteschleifen schickte. Da Drohnen und Piloten spurlos verschwanden, haben die belgischen Luftfahrtbehörden die Überwachung der Verkehrswege verschärft; zugleich wächst der Druck auf ungelöste Abwehrkonzepte im Luftraum.
Die Kernpunkte
- Flugsicherung skeyes setzte Landungen nach einer bestätigten Drohnensichtung auf den Pisten für 25 bis 30 Minuten aus.
- Wegen knapper Treibstoffreserven in den Warteschleifen wichen drei Passagiermaschinen von Brüssel nach Lüttich und Ostende aus.
- Elektronische Überwachungssensoren registrierten weniger als 24 Stunden nach der ersten Sichtung einen zweiten unbefugten Drohneneindrang.
- Belgische Föderale Polizei und Sicherheitsteams stellten bei beiden Vorfällen weder Fluggeräte sicher noch ermittelten sie die Steuerer.
Aus dem Tagebuch des Redakteurs
Luftsperren durch handelsübliche Drohnen verdeutlichen, wie leicht frei verkäufliche Geräte internationale Verkehrsdrehkreuze lahmlegen können, während Steuerer bestehende Detektionslücken nutzen, um dem Zugriff der Behörden zu entgehen.
Wer beteiligt ist
skeyes
Autonome belgische Flugsicherungsgesellschaft für den zivilen Luftraum
will → Anflugkorridore sichern und Schutzprotokolle gegen Drohnen durchsetzen
Unbekannte Drohnenpiloten
Nicht geortete Steuerer von Drohnen in gesperrten Anflugsektoren
will → Nicht autorisierte Fluggeräte ohne bekanntes Motiv über Rollfeldern steuern
Brussels Airport Company
Betreibergesellschaft des internationalen Verkehrsknotens in Zaventem
will → Den Flugplan aufrechterhalten und Verkehrschaos im Terminal abwenden
Kurt Verwilgen
Chef-Pressesprecher der Flugsicherung skeyes
will → Verifizierte Zeitabläufe zu Pistensperrungen und Freigaben mitteilen
Föderale Polizei Belgiens
Nationale Sicherheitsbehörde für Flughafenschutz und Strafverfolgung bei Drohnendelikten
will → Illegale Drohnen in Sperrzonen aufspüren, landen und deren Steuerer belangen
Kurz gefasst
Unerlaubte Drohnenflüge in aktiven Anflugschneisen haben am Flughafen Brüssel wiederkehrende Sicherheitslücken offengelegt und den Flugbetrieb an zwei aufeinanderfolgenden Abenden unterbrochen. Die Zwischenfälle zwangen die Flugsicherung dazu, Passagiermaschinen umzuleiten und ankommende Flugzeuge in Warteschleifen kreisen zu lassen. Damit wächst in Belgien erneut die Sorge vor der Verwundbarkeit europäischer Luftverkehrsknoten durch nicht erfasste Fluggeräte.
Luftfahrt- und Sicherheitsbehörden dürften automatisierte Erkennungssysteme ausbauen und die Abwehrzonen rund um belgische Großflughäfen erweitern.
Ein solcher Schritt gilt als wahrscheinlich, weil Polizei und Flugsicherung die verantwortlichen Piloten bislang weder identifizieren noch orten oder festnehmen konnten, während wiederholte Überflüge den regulären Linienverkehr lahmlegen.
Wie es sich entwickelte
Gleichzeitige Sichtungen erzwingen Notstopp auf den Landebahnen
Sowohl Fluglotsen als auch das Sicherheitspersonal am Boden sichteten am Freitagabend unabhängig voneinander eine unbefugte ferngesteuerte Drohne im aktiven Anflugkorridor des Brüsseler Flughafens, woraufhin die Landebahnen unverzüglich gesperrt wurden. Die Flugsicherung skeyes leitete um 21:45 Uhr Ortszeit das Notfallprotokoll für Drohnenzwischenfälle ein. Während ankommende Flüge gestoppt wurden, durften startende Maschinen die Pisten weiterhin verlassen.
Warteschleifen zwingen Jets zum Ausweichen, während Drohne verschwindet
Die Landesperre auf den Pisten 25R und 19 zwang ankommende Verkehrsflugzeuge für bis zu 30 Minuten in Warteschleifen über der belgischen Hauptstadt. Wegen schwindender Treibstoffreserven mussten drei Passagiermaschinen schließlich zu anderen Flughäfen ausweichen. Landungen wurden erst wieder freigegeben, nachdem das Fluggerät außer Sicht geraten war und das vorgeschriebene Sicherheitszeitfenster verstrichen war. Anschließend arbeiteten die Lotsen den Rückstau in der Luft ab.
Sensoren schlagen erneut an – Piloten bleiben unauffindbar
Elektronische Überwachungssysteme registrierten am Samstagabend einen zweiten Drohneneindrang nahe der Flughafengrenze und belegten damit, dass der Zwischenfall vom Vortag keine Einzeltat war. Obwohl die Systeme den Vorfall um 20:00 Uhr lückenlos erfassten, gelang es den alarmierten Sicherheitskräften weder, Fluggeräte sicherzustellen noch die Fernsteuerer aufzuspüren. Der Vorfall unterstreicht anhaltende Lücken bei der Sicherung des Flughafengeländes.
Wo die Dinge stehen
Nach den Störungen am Wochenende hat sich der Flugplan am Brüsseler Flughafen wieder normalisiert. Festnahmen meldeten Polizei und Bundesermittler bislang jedoch nicht. Die drei umgeleiteten Linienflüge – zwei nach Ostende-Brügge und einer nach Lüttich – schlossen ihre Ausweichrouten ab, während die Startkorridore in Brüssel durchgehend verfügbar blieben.
Luftfahrtbehörden und Bundespolizei verharren in erhöhter Alarmbereitschaft, da weder Fluggeräte noch Flugdaten oder Verdächtige vorliegen. Weil kein Pilot gefasst wurde, bleiben zentrale europäische Anflugrouten für ähnliche nächtliche Störaktionen anfällig.