Wir haben diese Behauptung analysiert: Stimmt es, dass
die Nobelpreise 2026 durch geheime Nominierungen und unabhängige Abstimmungen der Komitees vor den Bekanntgaben im Oktober und den Verleihungen im Dezember vergeben wurden?

Sämtliche Preisträger der sechs Nobelkategorien für 2026 stehen fest, während die offiziellen Verleihungen und das Rahmenprogramm weiterhin für Dezember angesetzt sind.
Geheime Abstimmungen entscheiden über Nobelpreise
Vor den Bekanntgaben im Oktober liegt ein Jahr verdeckter Beratungen, bevor im Dezember die Festbankette folgen.
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NobelstiftungKöniglich Schwedische Akademie der WissenschaftenNorwegisches NobelkomiteeDas Wesentliche
Mit den Bekanntgaben im Oktober stehen die zehn Nobelpreisträger des Jahres 2026 in sechs Kategorien nach einem Jahr vertraulicher Nominierungen und Abstimmungen fest. Während die Fachleistungen und die auf zwölf Millionen schwedische Kronen angehobenen Preisgelder nun bekannt sind, erfolgt die feierliche Übergabe der Medaillen und Diplome am 10. Dezember in Stockholm und Oslo.
Die Kernpunkte
- Zehn Preisträger wurden 2026 in den sechs Kategorien für Naturwissenschaften, Literatur, Frieden und Wirtschaft ausgezeichnet.
- Das Preisgeld je Kategorie beträgt zwölf Millionen schwedische Kronen nach einer Erhöhung um eine Million Kronen zum 125-jährigen Jubiläum.
- Das Norwegische Nobelkomitee sichtete 287 vertrauliche Nominierungen, darunter 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen.
- Sämtliche Stimmzettel, Gutachten und abgelehnten Kandidaten der Komitees bleiben 50 Jahre lang unter Verschluss.
Nominierungen für den Friedensnobelpreis 2026
KandidatenDer BefundEinzelpersonen machten den weitaus größten Teil aller eingereichten Nominierungen für den Friedensnobelpreis aus.
- Die Verteilung der Kandidatenkategorien, die das Norwegische Nobelkomitee vor der Auswahl des Preisträgers 2026 prüfte.
- Die Aufschlüsselung verdeutlicht das breite Spektrum an Persönlichkeiten und Vereinigungen, die vor der Vergabe unter strikter Geheimhaltung geprüft wurden.
Aus dem Tagebuch des Redakteurs
Echte institutionelle Unabhängigkeit setzt strikte Diskretion voraus: Die Abschirmung der Komitees vor öffentlichem Druck garantiert, dass Leistungen nach fachlichem Gehalt statt nach Popularität beurteilt werden.
Wer beteiligt ist
Nobelstiftung
Die schwedische Stiftung, die den Nachlass von Alfred Nobel verwaltet und die Preisverleihungen finanziert
will → Die finanzielle Unabhängigkeit der Preise sichern und die Feierlichkeiten im Dezember ausrichten
Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften
Unabhängige Gelehrtengesellschaft, die die Preisträger in Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften bestimmt
will → Wissenschaftliche Durchbrüche durch Gutachten und geheime Wahlen auszeichnen
Norwegisches Nobelkomitee
Vom norwegischen Parlament ernanntes, fünfköpfiges Gremium, das eigenständig über den Friedensnobelpreis entscheidet
will → Den Friedenspreis an Personen oder Organisationen vergeben, die Konflikte eindämmen, und Beratungen geheim halten
Nobelversammlung am Karolinska-Institut
Gremium aus 50 Medizinprofessoren in Schweden, das den Preis für Physiologie oder Medizin vergibt
will → Wegweisende medizinische Entdeckungen durch Fachprüfungen und Fakultätsabstimmungen prämieren
Schwedische Akademie
Literarische Vereinigung von Schriftstellern und Gelehrten, die den Literaturnobelpreis vergibt
will → Herausragende literarische Werke durch eingehende Lektüre und gemeinsame Abstimmung würdigen
Nobelpreismuseum
Kulturzentrum in Stockholm, das Nobelpreis-Entdeckungen vermittelt
will → Ausgezeichnete Forschungsergebnisse verständlich machen und die jährlichen Preise würdigen
Nobel-Friedenszentrum
Museum in Oslo, das die Arbeit der Friedensnobelpreisträger dokumentiert
will → Das Wirken der Friedenspreisträger erklären und Bildungsausstellungen für Besucher anbieten
Die Nobelpreisträger 2026
Die zehn ausgewählten Persönlichkeiten der sechs Preiskategorien
will → Ihre Entdeckungen der Weltöffentlichkeit präsentieren und im Dezember die Medaillen entgegennehmen
Kurz gefasst
Ein Nobelpreis verändert ein Leben von einem Augenblick auf den anderen, doch der Entscheidung geht ein ganzes Jahr stiller Arbeit voraus. Dieses langwierige Verfahren schützt die weltweit angesehenste Auszeichnung vor politischer Einflussnahme und öffentlichen Kampagnen. Fünf eigenständige Gremien in zwei Ländern stellen sicher, dass bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckungen und friedensstiftende Initiativen unabhängig gewürdigt werden.
Die Liste aller zehn Preisträger des Jahres 2026 ist nun vollständig öffentlich, womit die feierlichen Verleihungen am 10. Dezember in Stockholm und Oslo praktisch feststehen. Die unabhängigen Komitees haben ihre Abstimmungen abgeschlossen; die genauen Gästelisten und Ablaufpläne werden im Spätherbst finalisiert.
Jede Kategorie ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, nachdem das Preisgeld im September zum 125-jährigen Jubiläum angehoben wurde. Während die Öffentlichkeit nur die Ankündigungen im Herbst und die Bankette im Winter wahrnimmt, vollzieht sich die eigentliche Auswahl unter strenger Geheimhaltung: Sämtliche Beratungsprotokolle bleiben für 50 Jahre unter Verschluss.
Wie es sich entwickelte
Ein neuer Nobelpreis-Zyklus beginnt im Stillen
Der Weg zu den Auszeichnungen des Jahres 2026 begann am 9. Oktober 2025, genau an jenem Tag, an dem in Stockholm der Literaturnobelpreis des Vorjahres bekanntgegeben wurde. Nach den Statuten öffnet die Verkündung eines Preisträgers unmittelbar das Fenster für Vorschläge der nächsten Runde. Die wissenschaftlichen Gremien hatten bereits im September vertrauliche Aufforderungen an internationale Forscher verschickt, während Norwegen sein Online-Portal für Nominierungen zum Friedenspreis vorbereitete.
Das Verfahren begann weder mit Indiskretionen noch mit öffentlichen Kampagnen. Da Vorschläge ausschließlich über vertrauliche institutionelle Einladungen eingereicht werden können, ist eine Eigenbewerbung ausgeschlossen.
Vertrauliche Sichtung der Vorschläge im Winter
Während die Öffentlichkeit noch über die jüngst gekürten Preisträger diskutierte, sammelten die Komiteemitglieder bis Ende 2025 bereits Namen für 2026. Die Kriterien richten sich nach der jeweiligen Disziplin: Die Gremien für Natur- und Wirtschaftswissenschaften wenden sich direkt an ausgewählte Universitätsforscher, für Literatur sind Professoren für Sprach- und Literaturwissenschaft, Autorenverbände und frühere Preisträger vorschlagsberechtigt, und Anregungen für den Friedenspreis treffen von Abgeordneten, Richtern sowie Wissenschaftlern aus aller Welt ein.
Am 31. Januar 2026 endete die Einreichungsfrist. Tausende Briefe gingen in Schweden und Norwegen ein, deren Inhalte vollständig geheim blieben. Wer sich öffentlich als Favorit darstellte, besaß keinerlei offiziellen Status, da die Komitees grundsätzlich nicht offenlegen, wen sie in die engere Wahl ziehen.
Auswahlverfahren grenzt das Bewerberfeld ein
Im Frühjahr reduzierten die Jurys die umfangreichen Kandidatenlisten auf kleine Auswahllisten. Am 2. Februar legte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften ihren Zeitplan für die Bekanntgaben im Herbst fest – lange bevor Entscheidungen über die Auszeichnungen gefallen waren. Das norwegische Komitee trat am 26. Februar zu seiner ersten Sitzung zusammen, ergänzte eigene Vorschläge und gab detaillierte Gutachten bei Fachberatern in Auftrag.
Ende April teilte das norwegische Gremium mit, dass 287 Kandidaturen vorlagen, darunter 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. In der Literatur reduzierte die Jury das Feld von rund 200 Autoren auf etwa 20 Namen. Kein einziger Name drang an die Öffentlichkeit, da die Statuten alle Akten für 50 Jahre sperren, um die Juroren vor externer Einflussnahme zu schützen.
Letzte Beratungen und Erhöhung der Preisgelder
Nach der sommerlichen Lektürephase standen im Herbst die entscheidenden Voten an. In Stockholm diskutierten Medizinprofessoren Laborberichte, während die Fachkomitees für Physik und Chemie abschließende Empfehlungen an die Gesamtakademien übermittelten. In Oslo beriet das fünfköpfige Friedenskomitee hinter verschlossenen Türen über einen Konsens.
Zugleich liefen die Vorbereitungen für die Bekanntgaben an. Journalisten akkreditierten sich, und die Nobelstiftung erhöhte die Dotierung am 18. September auf zwölf Millionen schwedische Kronen je Kategorie. Dieser Schritt zum 125-jährigen Bestehen der Auszeichnungen sollte deren realen Wert trotz gestiegener Kosten sichern.
Bekanntgabe der ersten Preisträger in Stockholm
Die Ergebnisse der geheimen Beratungen wurden in der ersten Oktoberwoche schrittweise öffentlich. Am Montag ging der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin an Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel dafür, dass sie Gehirnzellen mithilfe von Licht an- und ausschalteten. Am Dienstag erhielt Francis Halzen den Physikpreis für den Nachweis kosmischer Hochenergieteilchen im antarktischen Eis.
Am Mittwoch wurden Henri B. Kagan und Kenso Soai mit dem Chemiepreis geehrt; sie hatten gezeigt, wie Moleküle eine bestimmte Spiegelbildform bevorzugen. Am Donnerstag zeichnete die Schwedische Akademie die kanadische Autorin Anne Carson für ihre Lyrik und moderne Auseinandersetzung mit der Antike mit dem Literaturnobelpreis aus. Allen Auszeichnungen gingen monatelange Fachdebatten voraus, während die Namen der unterlegenen Kandidaten geheim blieben.
Friedenspreis und Wirtschaftswissenschaften komplettieren die Reihe
Für die letzten Bekanntgaben wechselte der Schauplatz zunächst nach Oslo und kehrte anschließend nach Stockholm zurück. Am Freitag, dem 9. Oktober, zeichnete das norwegische Komitee die südafrikanische Juristin Navi Pillay für ihren Einsatz für Menschenrechte und internationale Gerichte mit dem Friedensnobelpreis aus. Pillay äußerte sich am Folgetag per Videoschalte gegenüber Besuchern im Nobel-Friedenszentrum.
Am Montag, dem 12. Oktober, erhielten die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Analysen darüber, wie Entscheidungen privater Haushalte die Gesamtwirtschaft beeinflussen. Diese Auszeichnung geht nicht auf Nobels Testament zurück, sondern wurde 1968 von der schwedischen Reichsbank gestiftet. Mit der Ernennung aller zehn Preisträger verlagert sich der Schwerpunkt nun auf die Organisation der Festlichkeiten im Dezember.
Wo die Dinge stehen
Die Entscheidungen in allen sechs Preiskategorien für 2026 sind gefallen, doch die eigentlichen Ehrungen stehen noch bevor. Die feierlichen Verleihungen finden am 10. Dezember statt, dem Todestag von Alfred Nobel im Jahr 1896. Traditionell werden fünf Auszeichnungen im Stockholmer Konzerthaus überreicht, gefolgt von einem Bankett für 1.300 Gäste im dortigen Rathaus. Der Friedenspreis wird separat im Rathaus von Oslo verliehen, begleitet von einem Fackelzug und einem abendlichen Festessen.
Bis Dezember müssen die Organisatoren Gästelisten, Menüs und Reiserouten festlegen. Die Nobel-Vorlesungen in Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften sind für den 8. Dezember an der Universität Stockholm angesetzt; Details zum Programm folgen am 29. Oktober. Die internen Debatten, unterlegenen Kandidaten und Abstimmungsergebnisse bleiben derweil bis 2076 unter Verschluss.