Forscherin schließt flüssiges Wasser in aktiven Marsrinnen ausKI-generiertIn Entwicklung

Carbon-dioxide sublimation is backed by peer-reviewed experiments and observations of modern Martian gully flows, but the new 2026 Sisyphi Cavi study is an arXiv v1 preprint from one site, infers rather than directly observes the responsible flow mechanism, and does not settle whether ancient water helped create some gullies.

WeltraumGeschichte in Entwicklung

Forscherin schließt flüssiges Wasser in aktiven Marsrinnen aus

Auf dem Roten Planeten bewegt sich erodierendes Gestein auf Gaspolstern statt durch Wasserläufe.

Veröffentlicht
NRB — News Republic Brigade

Das Wesentliche

Sensordaten von Mars-Orbitern belegen, dass sich Hangrinnen gegenwärtig ohne flüssiges Wasser verändern: Polster aus sublimierendem Trockeneisfrost setzen das Erdreich im späten Marsfrühling in Bewegung. Während vor Jahrmillionen Wasser die tiefen Einschnitte gegraben haben könnte, treibt heute ausschließlich eingeschlossenes Gas die saisonalen Rutschungen an.

Die Kernpunkte

  • Forscher wiesen über den aktiven Marsrinnen eine mehrere zehn Zentimeter dicke Schicht aus Kohlendioxidfrost nach.
  • Raumsonden registrierten während der saisonalen Rutschungsphasen keine eigenständigen Wassereisvorkommen.
  • Laborversuche belegen, dass verdampfendes Trockeneis Sandströme auf mehr als 2 Meter pro Sekunde beschleunigt.
  • Orbiteraufnahmen identifizierten 35 aktive Zonen unter 17.760 erfassten Rinnen in Sisyphi Cavi.

Aus dem Tagebuch des Redakteurs

Landschaften mit vertrauten Formen können durch fremdartige physikalische Prozesse entstehen. Auf dem Mars zeichnen sich Flussstrukturen ab, ohne dass jemals ein einziger Tropfen Wasser geflossen sein muss.

Wer beteiligt ist

  • Apolline Leclef und Kollegen

    Französische Planetenforscher, die Raumfahrt-Messdaten von Marsrinnen auswerteten

    will → Nachweisen, ob gefrorenes Gas oder flüssiges Wasser die aktiven Marskanäle formt

  • NASA

    US-Raumfahrtbehörde, die Orbiter in der Marsumlaufbahn betreibt

    will → Mineralzusammensetzung und Eisarten auf der Marsoberfläche erfassen

  • Europäische Weltraumorganisation

    Europäische Raumfahrtagentur, die die Sonde Mars Express betreibt

    will → Den Rückzug des saisonalen Frosts im späten Marsfrühling verfolgen

  • Lonneke Roelofs, Colin Dundas, Susan J. Conway und Mitarbeiter

    Labor- und Planetenforscher, die Sedimentflüsse auf dem Mars untersuchen

    will → Prüfen, ob verdampfendes Kohlendioxid Sand wie eine Flüssigkeit vorantreiben kann

  • Joseph Dickson und Kollegen

    Planetenforscher, die historische Klimazyklen des Mars modellierten

    will → Ermitteln, ob Schmelzwasser bei früherer starker Neigung der Planetenachse Rinnen eingegraben haben könnte

  • Michael Malin und Kenneth Edgett

    Planetenforscher, die im Jahr 2000 erstmals junge Rinnen auf dem Mars entdeckten

    will → Den Ursprung junger Erosionsrinnen klären und daraus Rückschlüsse auf Wasservorkommen ziehen

Kurz gefasst

Neu entstandene Rinnen auf dem Mars erinnern an irdische Flussbetten, doch aktuelle Satellitendaten belegen, dass Kohlendioxidfrost diese Landschaften ganz ohne flüssiges Wasser umformen kann. Damit entfällt die Notwendigkeit von Schmelzwasser, um die jüngsten Erosionsspuren auf dem Planeten zu erklären.

In der Planetenforschung dürfte sich der Fokus nun darauf verlagern, wie trockenes Gas lockeres Material in anderen Regionen des Mars transportiert. Das stellt die bisherige Annahme auf die Probe, wonach moderne Oberflächenveränderungen zwingend flüssiges Wasser erfordern.

Endgültig geklärt ist der Vorgang jedoch erst, wenn Forscher die Satellitenmessungen in weiteren Rinnensystemen bestätigen und aktive Hänge aus nächster Nähe beobachten.

Wie es sich entwickelte

02

Spuren vermeintlichen Wassers wandeln sich zum Trockeneis-Rätsel

2000-06-30 – 2020-11-01

Zunächst vermutete die Wissenschaft austretendes Grundwasser hinter den geologisch jungen Einschnitten auf dem Mars. Spätere Aufnahmen aus der Umlaufbahn zeigten jedoch, dass die Rinnen gerade in den Frostperioden aktiv sind – bei Temperaturen, die für flüssiges Wasser viel zu niedrig liegen. Forscher brachten daraufhin gefrorenes Kohlendioxid ins Spiel: Das Trockeneis wandle sich unter der Schmutzschicht direkt in Gas um, baue Druck auf und bringe das lose Erdreich wie bei einer Lawine ins Rutschen.

4 Quellen
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Labortests belegen trockene Hangkanäle unter Mars-Druck

2023-06-30 – 2025-10-08

In der Forschung trennten sich die Fragestellungen: Was schuf die ursprünglichen Täler, und welcher Mechanismus formt sie heute um? Während historische Klimamodelle nahelegen, dass früheres Schmelzwasser ältere Einschnitte gegraben haben könnte, lieferten Labortests im Jahr 2024 experimentelle Belege für die Gegenwart. In Unterdruckkammern ließ sich erwärmendes Trockeneis Sand aufschwimmen und mit hoher Geschwindigkeit talwärts strömen. Ein weiteres Experiment zeigte 2025, dass auch herabgleitende Blöcke aus Trockeneis lange Furchen in Sanddünen pflügen.

5 Quellen
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Orbitersensoren weisen gefrorenes Gas ohne Oberflächenwasser nach

2026-01-30 – 2026-09-03

Neuere Klimastudien ergaben, dass freiliegendes Wassereis auf dem Mars direkt in die dünne Atmosphäre verdampft, statt zu flüssigem Wasser zu schmelzen. Das Team um Leclef analysierte nun die Lichtreflexion in Sisyphi Cavi und fand während der aktiven Phasen eine mehrere zehn Zentimeter dicke Schicht aus Kohlendioxideis vor. Die Messungen der Raumsonden zeigten keinerlei eigenständige Wassereislagerstätten und lediglich Spuren von Salzen, was sowohl fließendes Wasser als auch konzentrierte Salzlaugen ausschließt.

5 Quellen
01

Studie führt Marsrinnen auf weichendes Trockeneis zurück

2026-09-03 – 2026-09-03

Aktive Erosionsrinnen in der südlichen Marsregion Sisyphi Cavi verändern sich im späten Frühjahr genau dann, wenn Kohlendioxidfrost zu Gas sublimiert – und das ohne jede Spur von schmelzendem Wassereis. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung unter Leitung der französischen Forscherin Apolline Leclef. Das Team wertete spektrometrische Daten von Raumsonden aus, um zu erklären, wie Hänge bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt in Bewegung geraten können.

1 Quelle
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Berichterstattung verkürzt wissenschaftliche Befunde

2026-09-11 – 2026-09-11

Erste Medienberichte verglichen die rutschenden Sedimente mit einem Puck auf einem Airhockey-Tisch, da Gaspolster die Bewegung des Gerölls tragen. Einige Veröffentlichungen schlossen daraus fälschlicherweise, dass Wasser auf dem Mars damit gänzlich widerlegt sei. Tatsächlich schlossen die Forscher flüssiges Wasser lediglich für die gegenwärtige Aktivität an dieser konkreten Formation aus. Die Möglichkeit, dass vor Jahrmillionen echtes Wasser die ursprünglichen Täler schuf, bleibt davon unberührt.

2 Quellen

Wo die Dinge stehen

Flüssiges Wasser ist nicht erforderlich, um die anhaltende Erosion in den Rinnen von Sisyphi Cavi auf dem Mars zu erklären. Das Kohlendioxideis weicht genau in jenem Zeitfenster als Gas, in dem die Hänge abrutschen. Der dabei entstehende Druck bewegt das Erdreich über den gefrorenen Untergrund.

Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die heutige saisonale Erosion in klassischen Hangrinnen, nicht auf Rinnen in Sanddünen oder ältere Felstäler. Ob die Bedingungen auf dem Mars einst feucht genug waren, um die ursprünglichen Einschnitte zu graben, müssen künftige Erkundungen direkt auf der Oberfläche klären.

Quellen

  • Phys.orgsyndicated media coverage · 2026-09-11