
Ifo confirms 88.8 in August, its highest reading since August 2025, but the current revised series puts August 2025 slightly higher at 88.9; Destatis also confirms Q2 GDP growth of 0.3% and a third consecutive expanding quarter.
Deutsches Geschäftsklima klettert auf 88,8 Punkte
Dank anziehender Auslandsnachfrage erreicht die Stimmung in der deutschen Wirtschaft den besten Wert seit einem Jahr.
Das Wesentliche
Das deutsche Geschäftsklima hat im August dank anziehender Ausfuhren den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht und stützt eine seit drei Quartalen anhaltende Wirtschaftsexpansion. Doch solange Konsum und Investitionen im Inland lahmen, Arbeitsplätze abgebaut werden und die Energiepreise hoch bleiben, hängt der Aufschwung fast ausschließlich am Tropf der ausländischen Kundschaft.
Die Kernpunkte
- Das deutsche ifo-Geschäftsklima stieg im August von revidiert 86,7 Punkten im Vormonat auf 88,8 Zähler.
- Das Statistische Bundesamt korrigierte das Wirtschaftswachstum für das zweite Quartal auf 0,3 Prozent nach oben.
- Die deutschen Exporte legten im zweiten Quartal um 2,0 Prozent zu, während die Konsumausgaben der Haushalte nur um 0,1 Prozent stiegen.
- Die Exporterwartungen sprangen auf +9,6 Punkte – der beste Wert seit Februar 2022.
- Teurere Energie trieb die Inflationsrate im August auf 2,9 Prozent, wobei sich Energieprodukte um 10,5 Prozent verteuerten.
Deutsches Wirtschaftswachstum nach Quartalen
%Der BefundDie deutsche Wirtschaft verzeichnete bis Mitte 2026 drei aufeinanderfolgende Quartale mit durchgehend positivem Wachstum.
- Die vierteljährlichen Wachstumsraten der deutschen Wirtschaft im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal über die vergangenen drei erfassten Perioden.
- Bruttoinlandsprodukt — Der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die eine Volkswirtschaft binnen drei Monaten erwirtschaftet.
- Belegt, dass die spürbare Aufhellung der Unternehmensstimmung auf einer tatsächlichen, kontinuierlichen Wirtschaftsexpansion aufbaut.
Aus dem Tagebuch des Redakteurs
Ein exportgetriebener Industrieaufschwung kann eine festgefahrene Konjunktur anschieben – tragfähig wird die Erholung aber erst, wenn die Verbraucher und die Investitionsbereitschaft der Betriebe im Inland nachziehen.
Wer beteiligt ist
ifo Institut
Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut, das monatlich 9.000 Unternehmen befragt
will → ermitteln, ob Manager Lage und Auftragseingang positiver beurteilen
Statistisches Bundesamt (Destatis)
offizielle Statistikbehörde der Bundesrepublik
will → die vierteljährliche Wirtschaftsleistung präzise messen und fortschreiben
Deutsche Unternehmen
Industrie-, Bau- und Dienstleistungsbetriebe in ganz Deutschland
will → Produktion und Umsatz trotz hoher Energiekosten und schwankender Nachfrage steigern
Deutsche Bundesbank
deutsche Notenbank
will → prüfen, ob die Erholung stark genug ist, um Risiken bei Frachtwegen und Energiepreisen abzufedern
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen und GfK
Konsumforscher, die monatlich die Konsumstimmung unter 2.000 Haushalten erheben
will → erfassen, ob das Zutrauen der Familien in die eigenen Einkommen für Konsumausgaben reicht
Deutsche Exporteure
Ausfuhrbetriebe für Automobile, Maschinen und Elektronik
will → Auslandsaufträge sichern, während der Chinahandel schwächelt und die Kosten hoch bleiben
Kurz gefasst
Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich im August 2026 spürbar aufgehellt und verleiht der größten Volkswirtschaft Europas neuen Schwung. Das viel beachtete ifo-Geschäftsklima, für das monatlich rund 9.000 Unternehmen befragt werden, stieg von 86,7 Punkten im Juli auf 88,8 Zähler. Getragen wurde das Plus vor allem von gefüllteren Auftragsbüchern in der Industrie und besseren Exportgeschäften. Das Stimmungsplus wiegt schwer: Es zeigt, dass sich die deutsche Konjunktur nach drei Wachstumsquartalen in Folge auf ein breiteres Fundament stellt.
Für das zweite Halbjahr bleibt damit eine anhaltende, wenn auch moderate Expansion der wahrscheinlichste Pfad.
Ob dieser Aufschwung von Dauer ist, bleibt allerdings offen. Denn die Dynamik stützt sich bislang einseitig auf Kunden aus dem Ausland, während der private Konsum im Inland und die Investitionen der Betriebe lahmmen. Erst die kommenden Herbstumfragen und die Zahlen zur Wirtschaftsleistung im dritten Quartal werden zeigen, ob die Binnennachfrage rechtzeitig aufschließen kann.
Wie es sich entwickelte
Geschäftsklima erreicht höchsten Stand seit zwölf Monaten
Das ifo-Geschäftsklima stieg im August auf 88,8 Punkte und übertraf damit jeden Einzelwert seit August 2025. Die befragten Führungskräfte zeigten sich sowohl mit ihren laufenden Geschäften zufriedener als auch spürbar optimistischer für das kommende halbe Jahr. Finanzmedien sprachen umgehend von einem Einjahreshoch. Zwar lag der Index exakt zwölf Monate zuvor mit 88,9 Punkten noch minimal höher, doch markiert der Augustwert den höchsten Stand des gesamten vergangenen Zwölfmonatszeitraums.
Höherer Indexstand deckt sich mit revidierten Wachstumsdaten
Amtliche Daten vom selben Vormittag belegten, dass die Wirtschaft bereits im Frühjahr stärker zulegte als zunächst veranschlagt. Das Statistische Bundesamt korrigierte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal von 0,2 auf 0,3 Prozent nach oben und verwies zur Begründung auf einen besseren Einzelhandel sowie anziehende Warenexporte im Juni. Zusammen mit den Zuwächsen von 0,3 Prozent Ende 2025 und 0,4 Prozent zu Jahresbeginn 2026 wuchs die Wirtschaft damit drei Quartale in Folge – maßgeblich angeschoben von einem Exportplus von 2,0 Prozent.
Auftragsplus im Ausland trifft auf verhaltenen Konsum und Stellenabbau
Ein separates Barometer für die Exporterwartungen kletterte mit +9,6 Punkten wieder tief in den positiven Bereich und markierte den höchsten Stand seit Februar 2022. Vor allem Hersteller von Kraftfahrzeugen, Datenverarbeitungsgeräten und elektrischer Ausrüstung meldeten kräftige Orders aus dem Ausland, besonders aus den europäischen Nachbarländern. Dagegen mahnen die Binnenindikatoren zur Vorsicht: Das Konsumklima verharrte mit -26,6 Zählern tief im Minus, und das ifo-Beschäftigungsbarometer zeigte, dass die Unternehmen per saldo weiterhin Stellen strichen. Die Erholung bleibt damit ungleich verteilt.
Robuste Industrienachfrage trotzt teurer Energie
Einkaufsmanagerumfragen aus ganz Europa signalisierten bis in den Spätsommer hinein anhaltenden Schwung, wobei die deutsche Industrieproduktion zulegte. Allerdings zog die deutsche Teuerungsrate im August auf 2,9 Prozent an, getrieben von einem Preissprung bei Energie um 10,5 Prozent. Notenbanker und Regierungsvertreter mahnten deshalb, dass die positive Dynamik zwar in die zweite Jahreshälfte hineinreiche, hohe Energiekosten, Rheinniedrigwasser und die anhaltende Konsumzurückhaltung das Wachstum im dritten Quartal aber dämpfen könnten.
Wo die Dinge stehen
Das Geschäftsklima stieg im August um 2,1 Punkte auf 88,8 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2025, als der Index bei 88,9 Punkten notiert hatte. Angeführt wurde die Erholung von der Industrie, gefolgt von Bauhauptgewerbe, Handel und Dienstleistern.
Zugleich steht der Aufschwung nach der Anhebung des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal auf einem festeren Fundament und umfasst nun drei Wachstumsquartale in Folge. Ob die Expansion jedoch trägt, entscheidet sich daran, ob Konsum und Unternehmensinvestitionen im Inland anspringen, während die Exporteure hohe Energiekosten und geopolitische Risiken bewältigen müssen.