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Binance gleicht 90 Prozent der gestohlenen Milliarden aus eigenen Reserven aus

Die weltgrößte Kryptobörse ersetzt fehlende Kundengelder aus eigenen Mitteln, während Ermittler weiter nach den erbeuteten Token suchen.

Veröffentlicht
NRB — News Republic Brigade

Das Wesentliche

Nach dem Diebstahl von geschätzten 6,3 Milliarden Dollar am 29. Oktober 2026 hat Binance 90 Prozent der fehlenden Kundengelder aus eigenen Unternehmensmitteln ausgeglichen. Diese bilanzielle Reparatur ersetzt jedoch nicht die Rückholung der Beute: US-Ermittler und Blockchain-Analysten bestätigen, dass bislang kein Cent der gestohlenen Kryptowährungen sichergestellt werden konnte und Milliarden weiterhin eingefroren oder auf nordkoreanischen Wallets blockiert sind.

Die Kernpunkte

  • Unbekannte erbeuteten am 29. Oktober 2026 geschätzte 6,3 Milliarden Dollar aus den Online-Wallets von Binance.
  • Binance stellte bis zum 31. Oktober 90 Prozent der Deckung für die gestohlenen Kundengelder aus eigenen Reserven und Absicherungsfonds wieder her.
  • Die Angreifer hielten bis zum späten 30. Oktober 519.104 Ether im Wert von rund 1,2 Milliarden Dollar auf 42 digitalen Konten.
  • Rund 2,8 Milliarden Dollar in Kryptowerten wurden von Token-Emittenten eingefroren, bislang jedoch nicht an Binance zurückgegeben.
  • Die US-Bundespolizei FBI wies den Angriff offiziell der nordkoreanischen Hackergruppe TraderTraitor zu.

Deckung der gestohlenen Kundengelder bei Binance

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80%
90%
30. Oktober 202631. Oktober 2026

Der BefundBinance hat die Deckung der fehlenden Bestände innerhalb eines einzigen Tages um zehn Prozentpunkte gesteigert.

  • Der Anteil der fehlenden Kundeneinlagen, den Binance an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aus eigenen Rücklagen ausgeglichen hat.
  • Deckungsgrad der gestohlenen Bestände — Der Anteil fehlender Kundeneinlagen, den Binance aus eigenen Firmenmitteln ersetzt hat
  • Eine vollständige Deckung schützt Anleger vor unmittelbaren Einbußen; die letzten zehn Prozent hängen jedoch vom Zukauf weniger liquider Token ab.

Aus dem Tagebuch des Redakteurs

Ein Unternehmen kann Kundenverluste nach einem Einbruch aus eigener Tasche ausgleichen – doch das Schließen bilanzieller Löcher löst nicht das weitaus schwierigere Problem, Kriminellen die Beute wieder abzunehmen.

Wer beteiligt ist

  • Binance

    Größte Kryptobörse der Welt, auf der Nutzer digitale Vermögenswerte handeln

    will → Kundeneinlagen absichern, Auszahlungen wieder freigeben, gestohlene Bestände zurückholen und Vertrauen wiederherstellen

  • TraderTraitor

    Cyber-Spezialeinheit der nordkoreanischen Regierung

    will → Die gestohlenen Token sichern, Finanzblockaden umgehen und die digitale Beute in Bargeld umwandeln

  • FBI, US Secret Service und IRS Criminal Investigation

    Drei US-Bundesbehörden, die den Geldströmen der gestohlenen Digitalwährungen nachgehen

    will → Geldwäscheversuche stoppen, die Angreifer enttarnen und Vermögenswerte beschlagnahmen, um sie an Geschädigte zurückzugeben

  • Tether und Circle

    Finanztechnologie-Unternehmen, die an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins verwalten

    will → Gestohlene Dollar-Token auf öffentlichen Blockchains sperren und mit den Ermittlungsbehörden bei Vermögensansprüchen kooperieren

  • OnChain Benchmark

    Blockchain-Analysehaus, das öffentliche Transaktionsregister auswertet

    will → Die von den Angreifern kontrollierten Wallets prüfen und ermitteln, welche Summen sich noch zurückverfolgen lassen

  • TRM Labs und Chainalysis

    Forensik-Unternehmen, die Transaktionsdaten auf Blockchains untersuchen

    will → Die Zieladressen der Angreifer identifizieren und den Strafverfolgungsbehörden Beweismaterial liefern

  • Binance-Kunden

    Privatanleger und Handelsfirmen mit Guthaben auf der Kryptobörse

    will → Ihre Kontostände vollständig erhalten und wieder sicher auf ihr Geld zugreifen können

Kurz gefasst

Nach einem Rekorddiebstahl hat Binance 90 Prozent der betroffenen Kundenguthaben aus eigener Tasche ausgeglichen, während die Ermittler den Verbleib der Milliardenbeute weiter aufklären müssen. Für die Kunden bedeutet dieser Schritt, dass ihre Konten vor unmittelbaren Verlusten geschützt sind, auch wenn die Angreifer das erbeutete Geld noch immer kontrollieren.

Die Handelsplattform bereitet die Wiederaufnahme der Auszahlungen vor, während Sicherheitsbehörden versuchen, die Vermögenswerte zu beschlagnahmen.

Ob Binance jemals an die Beute herankommt, gilt als ungewiss: Eingefrorene Digitalwerte lassen sich nur über langwierige juristische Verfahren zurückführen, und klassische Kryptowährungen wie Ether entziehen sich jedem zentralen Zugriff.

Die Vorgeschichte

Wie es sich entwickelte

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Der größte Cyberdiebstahl der Kryptogeschichte

2026-10-29 – 2026-10-29

Am späten Abend des 29. Oktober 2026 begannen Unbekannte, systematisch Guthaben aus den internetfähigen Wallets von Binance abzuziehen. Automatische Sicherheitssysteme schlugen sofort an, wenig später folgten Berichte in Fachmedien. Mit einem geschätzten Schaden von rund 6,3 Milliarden Dollar handelt es sich um den womöglich größten Krypto-Raubzug der Geschichte. Für Binance ergaben sich daraus auf einen Schlag zwei Herausforderungen: Die Börse musste rasch Milliarden an Ersatzkapital beschaffen, um ihre Kunden abzusichern, und zugleich mit Behörden weltweit die Spur der Beute aufnehmen.

1 Quelle
02

Ersatzreserven bereitgestellt, doch die Beute bleibt verschollen

2026-10-31 – 2026-10-31

Während Binance seine Bilanzen im Eiltempo auffüllte, kamen die Bemühungen um eine Rückholung der Beute nicht voran. Eine Untersuchung des Blockchain-Dienstes OnChain Benchmark ergab am 31. Oktober, dass die Täter 519.104 Ether im Gegenwert von rund 1,2 Milliarden Dollar auf 42 Adressen verteilt hielten. Rund 291.500 dieser Ether stammten aus dem Tausch anderer erbeuteter Token in eine Kryptowährung, die sich von keinem privaten Unternehmen zentral einfrieren lässt. Nur ein Bruchteil davon wurde weiterbewegt; gleichzeitig blieben rund 2,8 Milliarden Dollar in an den Dollar gekoppelten Token zwar blockiert, flossen aber nicht an Binance zurück. Am selben Tag teilte die Börse mit, die Deckung der betroffenen Kundenbestände mithilfe von Unternehmensrücklagen und internen Absicherungsfonds von 80 Prozent am Vortag auf nun 90 Prozent angehoben zu haben. Das FBI machte unterdessen offiziell die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor für den Angriff verantwortlich und forderte Finanzdienstleister auf, mutmaßliche Geldwäscheversuche zu stoppen. Dennoch kehrte bisher kein Cent der Beute zurück. Hintergründe zu den Spuren der Täter zeigt der Bericht darüber, wie Binance Milliarden sperren ließ, während der juristische Kampf um die Rückgabe andauert.

4 Quellen

Wo die Dinge stehen

Mit Stand vom 1. November 2026 ist die Rückholung der gestohlenen Milliarden völlig ungeklärt. Binance hat die entstandene Lücke zwar zu 90 Prozent aus eigener Tasche geschlossen und nach eigenen Angaben zehn wichtige Kryptowährungen wieder vollständig gedeckt. Ob Kunden ihre Gelder wie für den 1. November angekündigt wieder abheben können, ist jedoch bislang unbestätigt, und das Gutachten unabhängiger Prüfer zu den neuen Rücklagen steht erst für den 3. November an.

Ein Einfrieren von Geldern bedeutet zudem nicht, dass sie wieder verfügbar sind: Die 2,8 Milliarden Dollar in blockierten Dollar-Stablecoins bieten zwar den klarsten Hebel für eine Beschlagnahme, doch die dafür nötigen Gerichtsverfahren sind noch nicht abgeschlossen. Klassische Token wie Ether oder Bitcoin lassen sich zudem technisch nicht aus der Ferne sperren. Solange Behörden die Beute nicht beschlagnahmen oder Emittenten die blockierten Token neu ausstellen, hat Binance lediglich Firmenkapital geopfert – ohne den Dieben auch nur einen einzigen Dollar abgenommen zu haben.

Der 6,3-Milliarden-Hack bei Binance

Quellen

  • CoinDeskreplenishment-independent · 2026-10-31
  • Reutersreplenishment-independent · 2026-10-31