Bestätigt

Primary peer-reviewed study published September 16, 2026 confirms Elias 2-24 b.

Weltraum

Astronomen bestätigen Entdeckung des jüngsten bekannten Planeten

Ein Riesenplanet unter einer Million Jahren stellt gängige Modelle zur Entstehung von Himmelskörpern infrage.

Veröffentlicht
NRB — News Republic Brigade

Das Wesentliche

Mit Elias 2-24 b haben Astronomen den jüngsten bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bestätigt. Der weniger als eine Million Jahre alte Gasriese liegt rund 450 Lichtjahre entfernt in einer freigeräumten Bahn um seinen Mutterstern. Die über Jahre hinweg an verschiedenen Großteleskopen abgesicherte Entdeckung des Himmelskörpers von mehrfacher Jupitermasse zwingt die Wissenschaft, bisherige Zeitpläne für das Wachstum junger Planeten und das Aufsaugen von Gas grundlegend zu revidieren.

Die Kernpunkte

  • Elias 2-24 b ist nachweislich jünger als eine Million Jahre und bricht damit die bisherigen Rekorde von Himmelskörpern im Alter zwischen drei und fünf Millionen Jahren.
  • Die Masse des Planeten wird auf das 1,9- bis 4-Fache des Jupiter geschätzt.
  • Mit einer Distanz von 55 Astronomischen Einheiten zum Zentralstern umkreist die Welt ihr Gestirn fast doppelt so weit entfernt wie Neptun die Sonne.
  • Aufnahmen aus den Jahren 2018, 2020 und 2021 belegen die Eigenbewegung auf der Umlaufbahn, womit Fehlmessungen ausgeschlossen wurden.

Kenndaten des bestätigten Planeten Elias 2-24 b

ParameterWert
AlterUnter 1 Million Jahre
Distanz zur Erde450 Lichtjahre
Masse1,9 bis 4 Jupitermassen
Abstand zum Stern55 Astronomische Einheiten
  • Grundlegende physikalische Eckdaten des Rekordplaneten Elias 2-24 b.
  • Die Messwerte liefern der theoretischen Modellierung feste Randbedingungen, um die rasche Entstehung von Gasriesen aus zirkumstellaren Scheiben nachzuvollziehen.

Aus dem Tagebuch des Redakteurs

Die direkte Beobachtung eines neugeborenen Planeten beim Freiräumen seiner Geburtswolke liefert den Beweis, dass planetare Aufbauprozesse im All um ein Vielfaches schneller ablaufen können als bislang gedacht.

Wer beteiligt ist

  • Andrea Bernardi

    Doktorand der Astrophysik an der Universidad Diego Portales in Chile

    will → Identifizierung entstehender Planeten, die Bahnen in zirkumstellaren Staubscheiben freiräumen

  • Alice Zurlo

    Astronomieprofessorin an der Universidad Diego Portales in Chile

    will → Kartierung junger Sternenscheiben mithilfe von Infrarotaufnahmen des Keck-Observatoriums seit 2018

  • Lucas Cieza

    Professor am Institut für astrophysikalische Studien in Chile

    will → Weiterentwicklung theoretischer Standardmodelle zu Planetenentstehung und Kernwachstum

  • W. M. Keck Observatory

    Hochgebirgsobservatorium auf dem Mauna Kea auf Hawaii

    will → Ausblenden überstrahlenden Sternenlichts zur Erfassung schwacher Signale junger Planeten

Kurz gefasst

Ein internationales Forschungsteam hat die Entdeckung von Elias 2-24 b bestätigt, dem bislang jüngsten bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Der Fund belegt, dass sich massereiche Himmelskörper deutlich schneller formieren können als von der theoretischen Physik lange angenommen.

Die neuen Erkenntnisse zwingen die Wissenschaft dazu, bestehende Berechnungsmodelle zur Planetenentstehung grundlegend zu überarbeiten. Bislang fehlte eine schlüssige Erklärung dafür, wie Gasriesen derart früh in ihrer Entwicklungsphase riesige Bahnen innerhalb ihrer Ursprungsscheibe freiräumen können.

Dass diese Modelle angepasst werden müssen, gilt inzwischen als nahezu sicher: Durch gleichzeitige Beobachtungen mit mehreren Großteleskopen ließ sich nachweisen, dass die Ansammlung von Gas in den zirkumstellaren Scheiben junger Sterne bereits in der frühesten Epoche mit hohem Tempo abläuft.

Wie es sich entwickelte

01

Radioaufnahmen enthüllen konzentrische Ringe um jungen Stern

2017-12-11 – 2017-12-11

Beobachtungen der Molekülwolke im Sternbild Schlangenträger mit dem Radioteleskop-Verbund ALMA in Chile haben drei markante, konzentrische Lücken in der Scheibe um den jungen Stern Elias 2-24 aufgedeckt. Die freigeräumten Spuren brachten die Forscher zu der Vermutung, dass dort noch unentdeckte, neugeborene Planeten durch das umgebende Material pflügen.

1 Quelle
02

Infrarotmessungen liefern erste Hinweise ohne Eigenbewegung

2018-06-01 – 2021-08-30

Mithilfe des Vortex-Koronografen am Keck-Observatorium auf Hawaii gelang es Forschern 2018, ein schwaches Wärmesignal innerhalb der Scheibe abzulichten. Die einzelne Aufnahme lieferte jedoch noch keine Bewegungsdaten, um ein bloßes Hintergrundrauschen zweifelsfrei auszuschließen. Gewissheit brachte erst das Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte im Jahr 2021: Dessen Instrumente erfassten eine Wärmequelle genau in der Lücke bei 55 Astronomischen Einheiten, was die Astronomen veranlasste, die älteren Aufnahmen erneut auszuwerten.

1 Quelle
03

Datenabgleich mehrerer Observatorien bestätigt Rekordfund

2026-09-16 – 2026-09-22

Ein Forschungsteam um Andrea Bernardi löste das Rätsel schließlich auf, indem es Archivaufnahmen des Keck-Observatoriums aus den Jahren 2018 und 2020 mit Messungen des Very Large Telescope und des ALMA-Verbunds zusammenführte. Über die tatsächliche Bahnbewegung des Objekts schlossen die Wissenschaftler Hintergrundsterne aus und wiesen den neugeborenen Planeten zweifelsfrei nach. Die Veröffentlichung des Rekordfunds erfolgte im Fachjournal The Astrophysical Journal Letters.

2 Quellen

Wo die Dinge stehen

Die Entdeckung von Elias 2-24 b gilt als gesichert: Mit einem Alter von weniger als einer Million Jahren ist er der jüngste bislang nachgewiesene Planet, der noch immer Gas aus seiner zirkumstellaren Entstehungsscheibe anzieht.

Zurzeit bereiten die Forschungsteams spektroskopische Folgebeobachtungen vor, um die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, die Temperatur sowie die exakte Masse des Planeten zu bestimmen, während die theoretische Astrophysik ihre Berechnungen dazu anpasst, wie Gasriesen in so kurzer Zeit derart gewaltige Ausmaße erreichen können.

Quellen

  • YouTubeExoplanet video report · 2026-09-20