Teures Rohöl und Chinas Autokrise belasten die Weltmärkte
Während hohe Energiepreise und die schwache chinesische Nachfrage die Börsen unter Druck setzen, federn massive Investitionen in Künstliche Intelligenz die Verluste ab.
Spätere Messungen
Teure Kredite und Energieengpässe stoppen Höhenflug der Tech-Branche
15. Oktober 2026Wachsende Zweifel an der Finanzierung von KI-Infrastruktur und Engpässe am Dieselmarkt belasten asiatische Börsen trotz starker Chipgewinne.Teures Öl und Zweifel am KI-Boom bremsen Chinas Exportrekord
14. Oktober 2026Angriffe auf Frachter im Persischen Golf und Kursverluste bei Chipwerten dämpfen die Erleichterung über Pekings überraschend starke Außenhandelsdaten.Kursrutsch bei Chipwerten beendet fragile Ruhe an den Weltbörsen
13. Oktober 2026Ein Kurseinbruch im asiatischen Technologiesektor und anziehende Ölpreise legen die Schwachstellen unter Europas kurzer Börsenrally offen.
Das Wesentliche
Angespannt (−22) — unverändert seit der vorigen Messung. Druck: Energierohstoffe (−56) und Chinas Wirtschaft (−38); Halt: Globale Technologie (+32) und Finanzdienstleistungen (+12).
Die Kernpunkte
- Keine Messgröße verließ ihren üblichen Bereich.
Der Wert jeder Messgröße
−100 … +100- Der Zeiger beginnt oben bei 0: nach rechts in Blau für ein Plus, nach links in Rot für ein Minus, die Striche zählen den Weg ab 0; eine gestrichelte Skala ist ruhig.
- Wert — −100 maximale Anspannung … +100 Ruhe
Wo sich etwas tat
0–100| Energierohstoffe | 96 |
|---|---|
| Chinas Wirtschaft | 91 |
| Globale Technologie | 76 |
| Weitere asiatische Märkte | 73 |
| Währungen und Anleihen der Schwellenländer | 72 |
| Divergenz der Zentralbanken | 70 |
| Global trade and growth outlook | 69 |
| Wichtige Währungspaare | 65 |
| Europäische Aktien | 52 |
| Finanzdienstleistungen | 46 |
- Wie viel bei jeder Messgröße in diesem Zeitraum geschah, 0–100.
- Aktivität — 0–100
- Aktivität ist keine Richtung: eine bewegte Messgröße kann ruhig sein, eine stille angespannt.
Aus dem Tagebuch des Redakteurs
Die bewegteste Messgröße: Energierohstoffe — Aktivität 96 von 100.
Kurz gefasst
Die internationalen Finanzmärkte sind am Montag in ein volatiles Umfeld gestartet: Hohe Energiepreise, Wechselkursschwankungen und uneinheitliche Kurse in Asien prallten auf einen anhaltenden Investitionsboom in der Halbleiter- und IT-Branche. Die Nordseesorte Brent notierte um 06:27 Uhr UTC bei 104,61 Dollar je Barrel. Zuvor hatte Rohöl leicht nachgegeben, nachdem Berichte über eine angebliche Einigung auf ein Ende der gegenseitigen Angriffe auf russische und ukrainische Energieanlagen die Runde gemacht hatten. Weder Moskau noch Kiew bestätigten diese Feuerpause jedoch, während anhaltende Attacken auf Schiffe im Persischen Golf die Treibstoffversorgung weiter bedrohten.
Gleichzeitig offenbarten neue Branchendaten eine schwere Absatzkrise in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. In China brach der Inlandsabsatz von Personenkraftwagen im September um 28,1 Prozent ein, da die Verbraucher größere Ausgaben scheuten. Heimische Hersteller wichen deshalb auf ausländische Märkte aus und steigerten ihre Pkw-Ausfuhren um 73,2 Prozent. Der deutsche Automobilkonzern Volkswagen meldete für das dritte Quartal einen weltweiten Auslieferungsrückgang um 14,3 Prozent, maßgeblich getrieben von einem Einbruch um 38,5 Prozent auf dem chinesischen Markt. Die Zahlen verdeutlichen, wie die schrumpfende Nachfrage in China die europäischen Hersteller sowohl vor Ort als auch auf ihren Heimatmärkten in Bedrängnis bringt.
Der Handel in Asien verlief zum Wochenauftakt entsprechend uneinheitlich. Südkoreanische Aktien verzeichneten deutliche Verluste, die Terminkontrakte für europäische Indizes tendierten leicht im Plus, und in Japan ruhte der Börsenhandel feiertagsbedingt. Die indische Rupie erholte sich nach Eingriffen der Zentralbank um rund ein Prozent, während der Goldpreis als sicherer Hafen nahe 4.200 Dollar je Feinunze verharrte. In Bangkok erklärte die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Kristalina Georgiewa, die massiven Ausgaben für Rechentechnik trügen dazu bei, das globale Wachstum bei rund drei Prozent zu halten. Dies bot den Anlegern einen der wenigen verlässlichen Stützpfeiler in einer ansonsten angespannten Weltwirtschaft.
Frühere Messungen
Kursgewinne an den Börsen überdecken tiefe globale Spannungen
10. Oktober 2026Erholte Aktienmärkte treffen auf teures Rohöl und Notfallmaßnahmen zum Schutz wankender Währungen.Teures Öl und steigende Zinsen belasten Märkte – KI-Börsengang in Sydney platzt
9. Oktober 2026Ein Preisschub bei Rohöl und anziehende Refinanzierungskosten dämpfen die Risikobereitschaft der Anleger weltweit.Teure Energie und steigende Anleiherenditen setzen weltweite Märkte unter Druck
8. Oktober 2026Ein anziehender Ölpreis, kletternde Zinsen für Staatsanleihen und ein erstarkender US-Dollar dämpfen das Börsengeschehen trotz glänzender Zahlen aus der Halbleiterbranche.Ölpreissprung und Zinserhöhung in Indien bremsen Europas Erholung
7. Oktober 2026Ruhigere europäische Anleihemärkte trafen auf neuen Inflationsdruck: Brent stieg über 101 Dollar, während Neu-Delhi die Zinsen anhob.
Wie es sich entwickelte
Richtungslose Ausgangslage nach dem Wochenende vor zersplittertem Asien-Handel
Zu Beginn der Handelsspanne vom 10. bis 12. Oktober fehlten den Märkten die üblichen Vorgaben der großen Börsenplätze. Die Kassamärkte für Aktien in Europa und Japan blieben über das Wochenende und am frühen Montagmorgen geschlossen. Richtungsweisende Signale lieferten daher zunächst nur Aktien-Futures und Devisennotierungen, die erste Tendenzen statt verbindlicher Schlusskurse abbildeten.
Die Belastung ging vor allem von zwei Entwicklungen aus: der unsicheren Lage an den Ölmärkten nach Angriffen auf Schiffe im Persischen Golf und neuen Belegen für die Kaufzurückhaltung chinesischer Konsumenten.
Da die großen Börsen geschlossen waren, schlugen die Ausschläge zunächst voll auf die asiatischen Handelstische und Devisenmärkte durch. Damit verschob sich die Ausgangslage für die gesamte Handelswoche, noch bevor in Europa die ersten Parketthändler ihre Plätze einnahmen.
Europäische Autobauer spüren Nachfrageschock in China
Die europäischen Aktien-Futures deuteten am frühen Montagmorgen auf einen freundlichen Handelsstart hin: Der Euro-STOXX-50-Future lag rund 0,5 Prozent im Plus, der DAX-Kontrakt gewann 0,6 Prozent. Diese verhaltene Zuversicht wurde jedoch rasch von ernüchternden Zahlen des größten deutschen Industriekonzerns gedämpft.
Volkswagen meldete für das dritte Quartal einen Rückgang der weltweiten Fahrzeugauslieferungen um 14,3 Prozent auf 1,89 Millionen Einheiten. Den Ausschlag gab das Geschäft in China, wo die Auslieferungen um 38,5 Prozent einbrachen, während die Verkäufe in Westeuropa um 2,8 Prozent nachgaben.
Konzernchef Oliver Blume forderte politische Unterstützung der Europäischen Union zur Stärkung der heimischen Industrie und warnte vor dem massiven Preisdruck durch chinesische Konkurrenten. Der Kontrast zwischen stabilen Börsen-Futures und der Lage im operativen Geschäft verdeutlichte das Risiko anhaltender Gewinnkorrekturen für die europäische Industrie.
Absatzeinbruch in China drückt weltweite Auslieferungen von Volkswagen um 14,3 Prozent
12. Oktober 2026Ein massiver Rückgang auf dem wichtigsten Markt schwächt das Quartalsergebnis von Europas größtem Autobauer und erhöht den Spardruck in der Heimat.3 Quellen
Unbestätigte Waffenruhe dämpft den Anstieg der Ölpreise
Der entscheidende Faktor für das weltweite Marktgeschehen blieb der Ölpreis, bei dem Versorgungsängste im Nahen Osten auf politische Signale aus Washington trafen. Angriffe auf Transportschiffe im Persischen Golf hatten die Nervosität am Wochenende geschürt und die Internationale Energieagentur veranlasst, die Freigabe strategischer Dieselreserven ins Spiel zu bringen.
Anschließend erklärte US-Präsident Donald Trump, Russland und die Ukraine hätten sich darauf geeinigt, Angriffe auf die gegenseitige Energieinfrastruktur einzustellen. Daraufhin gaben die Ölpreise ihre frühen Gewinne teilweise wieder ab. Um 06:27 Uhr UTC kostete Brent 104,61 Dollar und US-Leichtöl WTI 91,36 Dollar je Barrel, während europäisches Heizöl an der Terminbörse ICE bei 1.436 Dollar je Tonne notierte.
Allerdings bestätigten weder Moskau noch Kiew eine Vereinbarung; ukrainische Regierungsvertreter erklärten, man bemühe sich um Details. Die ungesicherten Berichte bremsten den Preisanstieg zwar vorerst, ließen die Märkte jedoch anfällig für neue Preissprünge zurück, sollten die Angriffe auf Energieanlagen weitergehen.

Öl klettert über 105 Dollar trotz Trumps Ankündigung einer Energie-Waffenruhe
12. Oktober 2026Neue Angriffe auf Tanker und Flughäfen im Nahen Osten dämpfen die Hoffnung auf sinkende Kraftstoffpreise.12 Quellen
China forciert Autoexporte angesichts schwacher Inlandsnachfrage
Die Probleme von Volkswagen wurden durch die zeitgleich veröffentlichten Branchendaten für ganz China untermauert. Im September sank der Pkw-Absatz im chinesischen Inland im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28,1 Prozent auf 1,63 Millionen Einheiten. Damit schrumpfte der weltgrößte Automarkt den zwölften Monat in Folge.
Wegen der ausbleibenden Kundschaft in den heimischen Autohäusern wichen die chinesischen Hersteller verstärkt auf den Weltmarkt aus: Die Pkw-Exporte stiegen um 73,2 Prozent auf 923.000 Fahrzeuge. Zusätzlichen Schub gab die Klarstellung, dass eine Vereinbarung mit Brüssel chinesischen Herstellern weiteres Exportwachstum bei Hybridfahrzeugen über das Niveau von 2025 hinaus gestattet.
Dieses Auseinanderdriften von schwachem Inlandsgeschäft und expandierendem Außenhandel verschärft die handelspolitischen Spannungen. Zwar halten die Hersteller in China so ihre Fabriken ausgelastet, doch die europäischen Regierungen sehen sich mit einer Einfuhrwelle konfrontiert, die die heimische Produktion bedrängt.

Chinas Autoexporte steigen um fast 74 Prozent
12. Oktober 2026Die Hersteller setzen Rekordmengen im Ausland ab, während die Inlandsnachfrage den zwölften Monat in Folge einbricht.18 Quellen
Yen verharrt bei geschlossenem Tokioter Markt nahe der Interventionsgrenze
Da die Börsen in Tokio wegen eines Feiertags geschlossen blieben, beschränkte sich das japanische Marktgeschehen auf den Devisenhandel. Der US-Dollar hielt sich stabil bei rund 158,25 Yen, womit die japanische Währung weiter nahe ihren Mehrjahrzehntetiefs notierte.
Händler zögerten, den Yen noch weiter abzuwerten. Japans Finanzministerium hatte in der Vergangenheit auf vergleichbaren Niveaus mit direkten Stützungskäufen interveniert. Der US-Dollar behauptete unterdessen gegenüber den wichtigsten Währungen ein 18-Monats-Hoch, gestützt auf die anhaltenden geopolitischen Spannungen.
Ohne neue Signale von den japanischen Aktienmärkten oder der Notenbank verharrten die Händler in Wartestellung. Diese Hängepartie birgt Risiken, da jeder abrupte Ausschlag des Wechselkurses ein Eingreifen der japanischen Regierung provozieren könnte.
Fed erhöht Leitzins auf vier Prozent und setzt Asiens Währungen unter Druck
23. September 2026Steigende US-Renditen ziehen Kapital aus regionalen Märkten ab und treiben die Importkosten für asiatische Verbraucher in die Höhe.8 Quellen
Asiatische Börsen spalten sich unter dem Eindruck hoher Energiepreise auf
Zum Wochenauftakt fanden die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte keine einheitliche Richtung. Der südkoreanische Leitindex Kospi führte die Verlierer mit einem Minus von 3,1 Prozent an, Taiwan gab um 0,2 Prozent nach, und chinesische Standardwerte tendierten schwächer.
Dagegen legte die Börse in Sydney um 0,8 Prozent zu, und auch in Hongkong zogen die Kurse leicht an. Der breit gefasste MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans verlor rund 0,4 Prozent. Die hohen Treibstoffpreise belasteten vor allem Industrieunternehmen in energieimportierenden Staaten, während Technologiewerte leichte Gewinne verbuchten.
Die Hoffnung auf eine breite Erholung zerschlug sich damit. Die Sitzung zeigte vielmehr, dass die Volkswirtschaften der Region auseinanderdriften, wenn teure Ölimporte die Unternehmensgewinne aushöhlen.
Rupie erholt sich nach Eingriff der indischen Zentralbank
Indien reagierte am Morgen mit den deutlichsten finanzpolitischen Schritten, ohne dabei den Leitzins anzutasten. Die Rupie legte um rund ein Prozent zu und notierte bei 95,74 bis 95,77 je US-Dollar, nachdem am Montag neue Vorgaben der Reserve Bank of India in Kraft traten.
Die Maßnahmen verteuerten spekulative Währungsabsicherungen und leiteten die Dollarkäufe staatlicher Ölraffinerien am offenen Devisenkassamarkt vorbei. Indem die Zentralbank die größten Nachfrager aus dem regulären Handel nahm, verschaffte sie der Währung sofortigen Spielraum.
Zwar bremste dieser Schritt den akuten Abwertungsdruck, das Grundproblem bleibt jedoch bestehen: Indien leidet weiterhin unter Rohölpreisen von mehr als 100 Dollar je Barrel und anhaltenden Kapitalabflüssen ausländischer Investoren.
Gold behauptet sich als Absicherung gegen Energierisiken
Angesichts von Ölpreisen über der Marke von 100 Dollar und schwankenden Währungen suchten Anleger Zuflucht in klassischen Sachwerten. Der Goldpreis notierte im asiatischen Handel bei 4.198,19 Dollar je Feinunze, während Silber bei 61,02 Dollar verharrte.
Statt zu panikartigen Fluchtbewegungen führte die leichte Beruhigung am Ölmarkt zu einer Konsolidierung der Edelmetallpreise. Die Marktteilnehmer wägten die leicht nachgebenden Rohölnotierungen gegen das Risiko anhaltender Lieferengpässe im Nahen Osten ab.
Das stabile Preisniveau verdeutlichte, dass Vermögensverwalter keine Notverkäufe vornahmen. Gold diente den Portfolios vielmehr als gezielte Absicherung gegen erneute Preissprünge bei Energieträgern.

US-Notenbank bremst Goldpreisrally aus
12. Oktober 2026Hohe Kreditkosten und ein starker Dollar dämpfen die Nachfrage nach dem Edelmetall trotz weltweiter Krisenherde14 Quellen
Milliarden für KI-Hardware stützen die weltweite Konjunktur
Während die traditionelle Industrie mit Absatzproblemen kämpft, erweist sich der Technologiesektor als wichtige Stütze. In Bangkok erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa, die enormen Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz hielten das globale Wirtschaftswachstum bei rund drei Prozent und federten Teile des Energieschocks ab.
Diese Entwicklung zeigte sich besonders in Asien: Für den taiwanesischen Halbleiterkonzern TSMC prognostizierten Analysten für die laufende Woche das sechste Quartal mit einem Rekordgewinn in Folge.
Die Erwartungen belegen, dass die Investitionen von Unternehmen in Rechenleistung derzeit weitgehend unabhängig von der allgemeinen Konsumstimmung laufen. Zulieferer aus dem Technologiesektor können dadurch weiterhin Kapital anziehen, während klassische Industrieunternehmen unter steigenden Strom- und Treibstoffkosten leiden.
IWF: Milliardeninvestitionen in KI-Hardware stützen Weltwirtschaft bei drei Prozent
12. Oktober 2026Hohe Ausgaben für Rechenzentren federn Energiepreisschocks ab und verschieben das Marktwachstum zu asiatischen Halbleiterlieferanten1 Quelle
Tencent zapft internationale Anleihemärkte an
Der chinesische Technologiekonzern Tencent nutzte das günstige Branchenklima und leitete eine Platzierung an den internationalen Kapitalmärkten in die Wege. Wie das Unternehmen an der Börse in Hongkong mitteilte, plant es die Ausgabe nicht nachrangiger, unbesicherter Anleihen in US-Dollar und Offshore-Yuan.
Vorgesehen sind Tranchen in US-Dollar mit Laufzeiten von 10 und 20 Jahren sowie Papiere in Yuan mit Laufzeiten von 10 und 30 Jahren. Das genaue Emissionsvolumen blieb zunächst offen.
Mit dem Vorstoß zeigte Tencent, dass führende Technologiekonzerne trotz der politischen Spannungen zwischen Peking und westlichen Regierungen Zugang zu langfristigem Kapital haben. Während traditionelle Industriekonzerne kämpfen, bleibt dieser Markt für etablierte Software- und Hardwareanbieter offen.
EU und China verhandeln über Quoten für Hybridfahrzeuge
Der Handelskonflikt um chinesische Pkw-Ausfuhren nach Europa ging in eine entscheidende Phase, nachdem Einzelheiten zu geplanten Beschränkungen für Hybridfahrzeuge bekannt wurden. Im ersten Halbjahr 2026 kletterten die chinesischen Hybridexporte in die Europäische Union auf rund 7,5 Milliarden Dollar – nach 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.
Peking bestätigte, dass die laufenden Gespräche künftigen Lieferungen ein Wachstum über den Referenzwert von 2025 hinaus zugestehen. Damit wird ein vollständiges Einfuhrverbot vermieden, der Handel aber über feste Kontingente reguliert.
An den Märkten richtet sich der Blick nun darauf, wie diese Quoten praktisch umgesetzt werden. Für die europäischen Autobauer bringt die Einigung nur begrenzte Entlastung, während Chinas Hersteller ihre Präsenz in Europa festigen und die Handelsbeziehungen angespannt bleiben.
China gibt Schuldenkontingente über 82 Milliarden Dollar frei
10. Oktober 2026Peking mobilisiert ungenutzte Kreditrahmen für klamme Kommunalhaushalte und will zugleich Autolieferungen nach Europa drosseln, um den Handelsstreit beizulegen.2 Quellen
Starker Dollar drückt auf Euro und Yen
Die Stärke des US-Dollar setzte die europäischen und asiatischen Währungen im asiatischen Handel unter Druck. Der Euro gab auf rund 1,121 Dollar nach, das britische Pfund handelte bei etwa 1,3245 Dollar und der japanische Yen stand bei rund 158,25 Dollar.
Der Euro litt unter der Abhängigkeit Europas von Energieimporten und dem schwachen Wirtschaftswachstum, während der US-Dollar in geopolitischen Krisen als weltweite Leitwährung gesucht blieb.
Da neue Signale der Europäischen Zentralbank oder der Bank of England ausblieben, behauptete der Dollar seinen Vorsprung. Für Verbraucher in Europa und Asien verteuert sich dadurch das in Dollar abgerechnete Rohöl zusätzlich, was den Inflationsdruck bei Importgütern anheizt.
Notenbanken dämpfen Währungsverfall infolge hoher Ölpreise
Das morgendliche Kursplus der indischen Rupie um ein Prozent verdeutlicht, wie stark Zentralbanken in die Devisenmärkte eingreifen müssen, um die Folgen von Ölpreisen über 100 Dollar abzufedern.
Durch strengere Regeln für Termingeschäfte und das Umleiten der Dollarnachfrage staatlicher Ölkonzerne stoppte die Reserve Bank of India die Abwärtsdynamik der Währung. Während die japanischen Behörden bislang auf verbale Interventionen setzten, schuf Indien durch regulatorische Eingriffe unmittelbare Entlastung am Markt.
Der Schritt zeigte, dass gezielte Vorschriften den Währungsverfall kurzfristig stoppen können. Er unterstreicht jedoch auch das Dilemma ölimportierender Staaten: Sie müssen entweder Devisenreserven aufwenden oder Marktschranken errichten, um ihre Wechselkurse zu stützen.
Wo die Dinge stehen
Vor Eröffnung der europäischen Börsen stehen die internationalen Finanzmärkte auf wackligem Boden. Rohöl verharrt nahe der Marke von 105 Dollar je Barrel, Chinas Verbraucher meiden größere Anschaffungen und die asiatischen Aktienmärkte finden keine gemeinsame Richtung. Als einzige Stützen verbleiben defensive Positionen in Gold und der weltweite Investitionsschub in Künstliche Intelligenz.
Entscheidend für die Weltwirtschaft wird sein, ob der Technologiesektor die zunehmende Industrieschwäche und den Energieschock auf Dauer ausgleichen kann. Sollten sich die Berichte über eine Waffenruhe an der russisch-ukrainischen Energieinfrastruktur als haltlos erweisen oder neue Zwischenfälle im Persischen Golf auftreten, droht sich der Druck auf Wechselkurse und Unternehmensgewinne weiter zu verschärfen.
Die nächsten Bewährungsproben stehen unmittelbar bevor: ob die Signale für die Energiekorridore Bestand haben, wie die europäischen Parketthändler auf den Absatzeinbruch von Volkswagen in China reagieren, welche Inflationsdaten aus Indien gemeldet werden und ob die anstehenden Geschäftszahlen von TSMC die hohen Markterwartungen an die Tech-Branche rechtfertigen.
Wer beteiligt ist
International Energy Agency
In Paris ansässige Energieagentur, die führende Volkswirtschaften berät
will → Prüfen, ob die Mitgliedstaaten strategische Dieselreserven freigeben müssen, um die Kraftstoffpreise zu dämpfen
Russia and Ukraine
Kriegsparteien, deren Energieinfrastruktur die globale und europäische Treibstoffversorgung maßgeblich beeinflusst
will → Klären, ob ein unbestätigter gegenseitiger Stopp von Angriffen auf Energieanlagen in eine tragfähige Vereinbarung mündet
China Passenger Car Association
Chinesischer Branchenverband, der den Pkw-Absatz auf dem weltgrößten Automarkt erfasst
will → Das Auseinanderdriften von schrumpfender Inlandsnachfrage und stark steigenden Fahrzeugexporten beziffern
Volkswagen Group
Größter europäischer Automobilkonzern und Muttergesellschaft von Marken wie Audi und Porsche
will → Marktanteile in Europa verteidigen und den drastischen Absatzeinbruch in China bewältigen
Reserve Bank of India
Indische Währungsbehörde
will → Die Rupie gegen die starke Nachfrage nach US-Dollar absichern, die durch teure Rohölimporte ausgelöst wird
International Monetary Fund
Internationale Organisation zur Sicherung der weltweiten Finanzstabilität
will → Das Zusammenspiel zwischen hohen Ölpreisen und dem Investitionsboom in Künstliche Intelligenz analysieren
People's Bank of China
Zentralbank der Volksrepublik China
will → Das Finanzsystem und die Währung stützen, während die Ausgaben der privaten Haushalte im Inland nachlassen
Tencent Holdings
Chinesischer Internet- und Videospielkonzern
will → Die Nachfrage internationaler Investoren nach neuen langfristigen Anleihen in US-Dollar und Offshore-Yuan testen
TSMC
Weltweit führender Auftragsfertiger von Halbleitern mit Sitz in Taiwan
will → Hochleistungs-Chips für Rechenzentren liefern und die erwarteten Rekordgewinne ausweisen
Bank of Japan
Japanische Zentralbank
will → Die Leitzinsen schrittweise anheben und zugleich den Kursverfall des Yen in Richtung einer Interventionsmarke überwachen
Volkswagen's European competitors and Chinese exporters
Automobilhersteller im Wettbewerb um Marktanteile bei Elektro- und Hybridfahrzeugen in Europa
will → Die eigene Fertigung an die neuen Obergrenzen für chinesische Hybridexporte nach Europa anpassen